Citigroup

Gewinn bricht um ein Drittel ein

Unter den US-Großbanken hat die Citigroup das bisher schlechteste erste Jahresquartal hingelegt. Das Institut kämpft mit hohen Umbaukosten. Probleme bereitet auch der Preisverfall an den Ölmärkten.
Update: 15.04.2016 - 15:35 Uhr
Der Gewinn im ersten Quartal 2016 bracht um 27 Prozent ein. Quelle: dpa
Citigroup

Der Gewinn im ersten Quartal 2016 bracht um 27 Prozent ein.

(Foto: dpa)

BangaloreDie Citigroup hat sich von den großen US-Banken bislang am schlechtesten im ersten Quartal geschlagen. Der Nettogewinn brach um 27 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar ein, wie die Nummer vier der Branche in den USA am Freitag mitteilte. Der Rückgang ging unter anderem auf einen schwachen Handel und Sonderkosten für den Umbau des Instituts zurück. Zudem spüren die Geldhäuser im Kreditgeschäft verstärkt die Probleme vieler Energiefirmen im Zuge des massiven Preisverfalls an den Ölmärkten. Hier fürchten Experten eine Pleitewelle.

Beim US-Bankenprimus JP Morgan war der Quartalsgewinn nur um knapp sieben Prozent zurückgegangen. Ähnlich sah das Bild bei Wells Fargo aus. Der Hypothekenfinanzierer ist die Nummer drei in den USA. Bei der Bank of America als zweitgrößtem Institut des Landes ging es 18 Prozent bergab, vor allem wegen eines schwachen Aktien- und Anleihenhandels. Die Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley öffnen ihre Bücher Anfang nächster Woche.

Die Citigroup-Zahlen lagen trotz des starken Rückgangs oberhalb der Analystenerwartungen. An der Wall Street verteuerten sich Citi-Aktien deswegen vorbörslich um mehr als zwei Prozent. Vor allem Einsparungen spielten dabei eine Rolle. So fielen die Betriebsausgaben um gut drei Prozent. Bankchef Michael Corbat sagte, die marktnahen Bereiche seien schwach gewesen, dafür habe es anderswo Fortschritte gegeben. Der Konzern wird wegen zahlreicher Altlasten aus der Finanzkrise umgebaut, er soll schlanker und weniger anfällig für Marktschwankungen werden.

So sehr schmieren Investmentbanken weltweit ab
Investmentbanken mit extremem Durchhänger
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Die Kursturbulenzen im ersten Quartal haben den Einnahmen von Investmentbanken immens geschadet. Zum Jahresbeginn waren die Kurse an den Aktienmärkten weltweit eingebrochen, Firmenübernahmen und Börsengänge wurden aufs Eis gelegt, Bankkunden handelten wegen der immensen Kursschwankungen weniger mit Wertpapieren.

Frankfurter Skyline
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Nach Daten des Finanzdatenanbieters Thomson Reuters fielen die Erträge im Investmentbanking weltweit um 28,5 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro – ein schwächeres Quartal hatte es zuletzt Anfang 2009 gegeben. Goldman Sachs hat den Spitzenplatz abgeben müssen.

Das Ranking umfasst aber nur das Geschäft mit der Ausgabe neuer Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, Krediten sowie der Beratung bei Fusionen und Übernahmen – nicht etwa das Handelsgeschäft, in dem etwa die Deutsche Bank sehr stark ist.

Platz 15: Rothschild
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Traditionell ist das erste Quartal das stärkste für die meisten Investmentbanken, daher schlägt der Umsatzrückgang besonders ins Kontor. Unter den Top-20-Banken weltweit findet sich nur eine, die bei den Erträgen im 1. Quartal 2016 zulegen konnte.

Laut Thomson Reuters betrugen die Einnahmen von Rothschild 234 Millionen Dollar, ein Plus von 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr – dadurch sprang die Bank um sieben Plätze im Ranking nach oben.

Platz 12: UBS
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Die Schweizer Großbank UBS erwischte ein Quartal, in dem es noch stärker abwärts ging als im Branchenschnitt: Die Einnahmen im Investmentbanking schrumpften um 39,1 Prozent auf 279 Millionen Dollar. Damit konnte die Bank Platz 12 verteidigen, knapp vor HSBC (minus 41,9 Prozent) und BNP Paribas (minus 30,8 Prozent).

Platz 10: RBC Capital Markets
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Die kanadische Investmentbank RBC Capital Marktes (Foto: Werbestand auf einer Automesse) ist das erste Institut in den Top 10, mit knappem Vorsprung vor der Mizuho Financial Group auf Rang 11. Bei RBC schrumpfte das Geschäfts so stark wie der Gesamtmarkt (minus 28,5 Prozent) auf 345 Millionen Dollar.

Platz 9: Wells Fargo
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Die Bank mit Sitz in Kalifornien hält mit Erträgen von 401 Millionen Dollar (minus 34,3 Prozent) ihren Platz und liegt nur knapp hinter der größten deutschen Investmentbank.

Platz 8: Deutsche Bank
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Das Geschäft der Deutschen Bank schrumpft unter den Top 10 der Investmentbanken am stärksten: minus 44,5 Prozent. Die Einnahmen von 498 Millionen Dollar stammen fast zur Hälfte aus dem Anleihegeschäft. Die Bank büßt zwei Plätze auf Rang acht ein.
Einer Analyse des Marktbeobachters Coalition Group zufolge war die Deutsche Bank im vergangenen Jahr – inklusive des Handelsgeschäfts – die fünftgrößte Investmentbank der Welt, in dieser Rangliste ging es ebenfalls zwei Plätze abwärts.
Hier lesen Sie eine Analyse zur Lage des Investmentbankings der Deutschen Bank.

Wie schon bei den übrigen US-Großbanken war auch bei der Citigroup der Anleihenhandel zu Jahresbeginn mau. So stürzten die Einnahen in diesem Bereich um 11,5 Prozent ab. Im Investmentbanking der Citi - also etwa Börsengängen oder der Beratung von Übernahmen - betrug das Minus sogar 27 Prozent.

  • rtr
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