Citigroup Vom Staat befreit und Geld fürs Volk

Die staatliche Rettung der Citigroup hat dem amerikanischen Steuerzahler einen Gewinn von rund zwölf Milliarden Dollar eingebracht. Das teilte das Finanzministerium am Dienstag in Washington mit. Ein gutes Jahr nachdem das Institut von der Regierung vor dem Kollaps gerettet werden musste, steht die einst größte Bank der Welt damit wieder auf eigenen Beinen.
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Es geht aufwärts: Die Citi-Aktie legte am Dienstag zeitweise um über vier Prozent zu. Quelle: Reuters

Es geht aufwärts: Die Citi-Aktie legte am Dienstag zeitweise um über vier Prozent zu.

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NEW YORK. Die Regierung verkaufte ihre verbleibenden 2,4 Milliarden Stammaktien, die einem Anteil von sieben Prozent an der amerikanischen Großbank entsprachen.

Der Schritt ist sowohl für Citi-Chef Vikram Pandit als auch für US-Präsident Barack Obama ein Erfolg. In der Finanzkrise hatte kaum jemand für möglich gehalten, dass die umfangreichen Rettungsmaßnahmen am Ende noch einen Gewinn für den Steuerzahler abwerfen könnten. Bei den Kongresswahlen im November wurde der Präsident für seine umfangreichen Hilfen für die Wall Street scharf kritisiert. Die Opposition warf ihm vor, in der Wirtschaftskrise den mächtigen Banken geholfen zu haben, aber nicht den Normalbürgern.

Regierung hielt zeitweise 36 Prozent

Zwei Mal musste das Institut von Vorstandschef Pandit Staatsgeld in Anspruch nehmen - und zwar so viel wie keine andere Bank. Im September 2008, kurz nach der Insolvent der Investmentbank Lehman Brothers, stützte die Regierung die Bank mit 25 Milliarden Dollar und erhielt im Gegenzug Vorzugsaktien. Im Januar kamen noch einmal 20 Milliarden Dollar hinzu. Zudem erhielt die Regierung Vorzugsaktien in Höhe von weiteren 7,1 Milliarden Dollar, weil sie sich bereit erklärte, für bestimmte Verluste der Bank gerade zu stehen. Einen Teil der Gelder hatte Citi bereits Ende 2009 mit Zinsen zurückgezahlt, der Rest war in Aktien umgewandelt worden, die Stück für Stück verkauft wurden. Die Regierung hielt einst rund 36 Prozent an Citi.

"Mit dem Verkauf aller verbliebenen Citigroup-Aktien am heutigen Tage haben wir die Chance genutzt, dem Steuerzahler einen kräftigen Gewinn zu sichern und Risiken zu vermeiden", sagte der zuständige Ministerialbeamte Tim Massad. Das Finanzministerium kündigte zugleich an, Optionen auf Citigroup-Aktien zu behalten.

Citi-Chef Vikram Pandit gab sich optimistisch. Nun seien alle Elemente vorhanden, damit Citi nachhaltig profitabel sein könne, sagte er vor Journalisten in Johannesburg. Eine Beteiligung der Regierung wird bei Investoren nicht gern gesehen. Das Institut musste in der Vergangenheit unter anderem auch Beschränkungen bei der Bezahlung seiner Mitarbeiter hinnehmen.

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