Citigroup
Wall Street rätselt: Warum geht Pandit?

Ist es sein Gehalt? Ist der Aktienkurs wirklich so lausig? Es gibt viele Spekulationen, was Citigroup-Chef Vikram Pandit zum Rücktritt bewogen hat. Ein Streit mit dem Verwaltungsrat könnte den Ausschlag gegeben haben.
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New YorkÜberraschung an der Wall Street: Vikram Pandit, fast fünf Jahre lang Chef der US-Großbank Citigroup, tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Auch sein Amt im Verwaltungsrat des Finanzinstituts legt Pandit nieder. Mit ihm geht Chief Operating Officer John Havens. Das teilte die Bank am Dienstagmorgen (Ortszeit) mit. Nachfolger Pandits wird Michael Corbat, zuvor Chef des das Europa-, Nahost- und Afrikageschäfts.

Gründe für den Rücktritt nannten weder Pandit noch die Citigroup. „Angesichts des Fortschritts, den wir in den vergangenen Jahren gemacht haben“, teilte der Manager schriftlich mit, sei es nun der richtige Zeitpunkt für einen Führungswechsel. Auch die Erklärung der Citi blieb dünn: „Wir respektieren Vikrams Entscheidung“, so Chairman Michael O'Neill. Seit Beginn der Finanzkrise habe Pandit die Bank restrukturiert, mit Kapital ausgestattet und das globale Geschäft gestärkt.

Nach Bekanntwerden des Rücktritts spekuliert die Branche, was Pandit und Havens zu ihrem überraschenden Schritt bewogen haben könnte. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ hat sich Pandit mit dem Verwaltungsrat über die Strategie bei den institutionellen Kunden und weiteren Geschäftsfeldern überworfen. Das will die Zeitung von über den Vorgang informierten Personen erfahren haben.

Der Wirtschaftsnachrichtensender CNBC dagegen sieht Spannungen zwischen O'Neill und Pandit über die Bezüge des Bankchefs. Möglich sei auch eine gewisse Frustration Pandits nach mehreren Rückschlägen im laufenden Jahr.

Pandit selbst sagte gegenüber dem „Wall Street Journal“: „Es war meine Entscheidung.“ Er hätte den Schritt nicht getan, wenn er sich nicht absolut sicher wäre, dass die Bank gut aufgestellt sei. Dem Sender CNBC sagte Pandit, er habe schon eine Weile mit dem Gedanken gespielt, zurückzutreten. Nach den Quartalszahlen am Montag, die an der Börse gut angekommen waren, habe er schließlich den Verwaltungsratschef angerufen.

Die Zahlen zum dritten Quartal hatten aber auch verdeutlicht, dass die von Pandit begonnenen Aufräumarbeiten bei der in der Finanzkrise in Schieflage geratene und mit 45 Milliarden Dollar geretteten Großbank noch lange nicht beendet sind. Während die anderen US-Großbanken Rekordgewinne meldeten, musste die Citi wegen Abschreibungen auf die Vermögenstochter Smith Barney einen Gewinneinbruch von 88 Prozent auf 468 Millionen Dollar verkünden.

Allerdings gaben sich Aktionäre und Analysten optimistisch – denn das Ergebnis fiel besser aus als erwartet. „Das ist heute eine viel sauberere und gesündere Firma“, sagte etwa Jason Goldberg, Bankenanalyst bei Barclays Capital. Auch Pandit gab sich am Montag zuversichtlich: „Unser Kerngeschäft hat an Schwung gewonnen.“

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Aktionäre sauer auf Pandit

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  • Hallo, Markus: s.o.!
    Als Optionsspezialist weisst Du, wie das geht.

  • Gruß an M. Vitt! Natürlich ist das Bad News. Der Markt wurde in keiner Weise auf das Ereignis vobereitet. Einzig die Eingreifteams halten via Call-Options die Atkie hoch: Kleiner Verlust bei grosser Wirkung.
    Ziel ist Ruhe bis zum 6.11. (Wahltermin).
    Deshalb wird im Statement auch glasklar gelogen:
    http://www.citiadr.idmanagedsolutions.com/news/global_story.idms?type=scrolling&ID_NEWS=249322803

  • Vielleicht ist ihm ja klar geworden, wie das Geld und die Wurst gemacht werden, und er konnte nicht mehr ruhig schlafen.

    Würde der Staat, wie es ihm eigentlich zustände, sein Geld selber aus der Luft schöpfen, und dieses ungerechtfertigte Monopol nicht den Privatbanken überlassen, bräuchten wir alle KEINE STEUERN zu bezahlen.

    Das Verschweigen dieser Tatsache ist der wirkliche Steuerbetrug. Unser Geldsystem ist darauf ausgerichtet, die Menschen zugunsten der Eliten zu versklaven. Mit dem ESM wurde dieses Versklavungssystem von der BRD auf EU Ebene gehoben.

    Der Euro ist das Instrument dazu.

    Die Politiker fürchten den Zusammenbruch des jetzigen Geldsystems wie der Teufel das Weihwasser. Aus gutem Grund. Ist nämlich erst mal das Geldschöpfungsmonopol von den Privatbanken zum Staat gewandert, bräuchten wir alle keine Steuern mehr zu bezahlen.

    Diese Umstellung auf ein anderes Geldsystem wäre für die Menschheit so enorm wichtig, bedeutet es doch eine Abkehr von Willkürherrschaft, Machtmissbrauch und sinnloser Kriege.
    Wir könnten dann nämlich mit unserem Geld eine wirklich lebenswerte Welt erschaffen.

    Über diese Tatsache traut sich niemand sprechen, schon gar nicht, wenn er ein von Banken abhängiger Politiker ist.

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