CMC-Börsengang
Dieser Online-Broker will selbst an die Börse

Auf der Webseite von CMC Markets können Hobbyspekulanten auf die Entwicklung von Aktienkursen wetten. Jetzt will das Unternehmen selbst an die Börse gehen. Doch das ging schon einmal schief.

FrankfurtDer zweite Anlauf soll gelingen: Der britische Online-Broker CMC Markets hat am Mittwoch seine Pläne für den Börsengang in London publik gemacht. Das Unternehmen, das auch in Deutschland so genannte CFD-Wetten anbietet, will Aktien für bis zu 200 Millionen Pfund (266 Millionen Euro) anbieten. Schon vor knapp zehn Jahren hatte CMC einen Börsengang geplant, damals hatte die Firma das Debüt aber wegen der schlechten Stimmung am Aktienmarkt abgesagt.

Manche Beobachter fürchten, dass die Börsen auch diesmal für Störfeuer sorgen könnten. Gemessen am Preis der Aktien wird CMC mit rund 700 Millionen Pfund (930 Millionen Euro) bewertet. Beobachter hatten im Vorfeld mit bis zu einer Milliarde Pfund kalkuliert. Diesmal gibt sich Firmenchef Peter Cruddas siegessicher: „Wir haben eine starke Bilanz und sind auf jede Unruhe in breiteren Märkten vorbereitet“, sagte Cruddas in einem Interview.

Cruddas gründete das Unternehmen 1989. Der Selfmade-Milliardär sorgt in Großbritannien immer wieder für Schlagzeilen: Einst war er Schatzmeister der Konservativen. 2012 legte er sein Amt in einem Spendengeld-Skandal nieder. Cruddas gilt als Gegner der Europäischen Union. Im vergangenen Herbst hatte er angekündigt, bis zu eine Million Pfund für eine Kampagne spenden zu wollen, die für den Austritt Großbritanniens aus der EU plädiert.

CMC bietet auch in Deutschland so genannte Differenzkontrakte (Contracts for Difference, CFDs) an. Damit können Anleger auf Kursgewinne oder -verluste setzen, etwa bei Aktien, Währungen oder Indizes wie dem Dax. Die Kunden kaufen dabei Produkte des Brokers, die nicht an regulierten Börsen gehandelt werden. Die Wetten werden gehebelt. Dadurch können mit einem kleinem Einsatz große Gewinne oder Verluste erzielt werden. Als die Schweizer Notenbank im vergangenen Jahr die Kursgrenze für den Franken aufhob, hatte das auch Kunden von CMC Markets empfindliche Verluste beschert.

Der Börsengang wird von den Großbanken Goldman Sachs, Morgan Stanley und RBC begleitet. Goldman war 2007 bei CMC eingestiegen. Beim Börsengang wollen Firmenchef Cruddas und Goldman einen Teil ihrer Anteile verkaufen – lediglich 17 Millionen Pfund des Erlöses sollen direkt an das Unternehmen fließen.

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