CO2-Skandal
Bei Deutsche Bank-Managern waren offenbar Razzien geplant

Ermittler planten angeblich auch Razzien in den Privathäusern von Top-Managern der Deutschen Bank. Medienberichten zufolge soll das Institut zudem vor kriminellen Machenschaften im Emissionshandel gewarnt worden sein.
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Berlin/MünchenIm Zuge der Ermittlungen um Steuerbetrug bei der Deutschen Bank sind Konzernchef Jürgen Fitschen und Finanzvorstand Stefan Krause einem Medienbericht zufolge nur knapp einer Razzia in ihren Privathäuser entgangen. Die Ermittler waren nach Informationen der „Bild“-Zeitung entschlossen, die Privathäuser mit einem massiven Polizeiaufgebot zu durchsuchen. Die Aktion sei den Top-Managern nur erspart geblieben, weil sie in letzter Minute volle Zusammenarbeit zugesichert hätten, heißt es in dem Bericht.

Am vergangenen Mittwoch hatten rund 500 Fahnder unter anderem die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main durchsucht. Bei den Ermittlungen geht es um Steuerhinterziehung beim Handel mit CO2-Zertifikaten. Vier Bank-Manager sitzen seither in Untersuchungshaft. Eine Freilassung vor Weihnachten ist dem Bericht zufolge unwahrscheinlich. Aus Kreisen ihre Anwälte verlautete demnach, es sei nicht mit einem Haftprüfungstermin vor dem 27. Dezember zu rechnen.

Einem weiteren Medienbericht zufolge ist die Deutsche Bank frühzeitig von der britischen Steuerbehörde HMRC vor den kriminellen Machenschaften beim Handel mit Verschmutzungsrechten gewarnt worden. Das Geldinstitut habe es aber versäumt, intern durchzugreifen und derartige Geschäfte in den eigenen Reihen zu unterbinden, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf Akten der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main. Bereits im Herbst 2009 habe die HMRC führende Vertreter der Deutschen Bank in London darauf hingewiesen, dass große Teile des Emissionshandels „mit Betrugskriminalität behaftet seien“.

Die Bank wickelt zahlreiche Geschäfte über ihre Niederlassung in London ab. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 25 Bankbeschäftigte wegen Steuerbetrugs, Geldwäsche und Vertuschung von Straftaten. Das Institut wurde vergangene Woche von 500 Beamten durchsucht. Vier Mitarbeiter sitzen in Untersuchungshaft. Im Visier der Behörden stehen auch Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen und Finanzvorstand Stefan Krause.

 
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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