Comdirect & Co. wollen im neuen Jahr weniger abhängig von der Entwicklung an den Aktienmärkten sein: Online-Broker wittern ihre Chance

Comdirect & Co. wollen im neuen Jahr weniger abhängig von der Entwicklung an den Aktienmärkten sein
Online-Broker wittern ihre Chance

Eine lange Zeit verschmähte Branche feiert ein Comeback: Die Online-Broker sind wieder da. Zuerst hat es die Börse gemerkt. Die Kurse von Comdirect und DAB Bank haben sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt, womit beide zu den erfolgreichsten Aktien überhaupt gehörten.

FRANKFURT/M. Die Börse honoriert die Erfolge der Radikalsanierung des Duos – und hofft zugleich darauf, dass die Branche mit ihrer strategischen Volte nicht wieder danebenliegt, die da lautet: weg vom reinen Brokerage. Alle drei großen Broker propagieren derzeit den Aufbau neuer Geschäftsfelder. Cortal Consors, wie die frühere Consors nach der Übernahme durch den Online-Arm der französischen Großbank BNP Paribas heißt, will sich künftig als „Anlagebank“ positionieren und dazu vom Frühjahr an mit eigenen Beratern an den Start gehen. Bis Ende des Jahres sollen in Deutschland 30 bis 40 Berater für die Gruppe tätig sein. Noch einen Schritt weiter gehen Comdirect und DAB. Sie wollen sich zu Vollbanken mausern, die neben Brokerage und Vermögensberatung auch traditionelle Bankprodukte wie das Girokonto im Programm haben.

Mit ihren noch zaghaften Expansionsschritten versuchen die Überlebenden der Brokerkrise der letzten Jahre einen Neuanfang. Das Bild der Branche hat sich nach dem Aktiencrash in 2001 drastisch verändert. Für eine Reihe von Firmen kam das Aus oder die Übernahme durch finanzkräftige Gruppen. Die Dresdner-Bank-Tochter Advance Bank beispielsweise wurde kürzlich aufgelöst und in die Muttergesellschaft integriert, Consors ging an BNP Paribas und Entrium an die ING-Tochter Allgemeine Deutsche Direktbank (Diba). Quer durch die Branche zog sich ein massiver Stellenabbau, Comdirect und DAB mussten außerdem große Teile ihres Auslandsgeschäfts verkaufen.

Nun aber haben zumindest die „großen drei“ den Turnaround geschafft. Am weitesten ist Comdirect mit einem Nettogewinn von 19,3 Mill. Euro in den ersten neun Monaten 2003. Die DAB hängt zwar ein Stück hinterher, doch auch sie fuhr bis September einen Gewinn von 4,5 Mill. Euro ein. Für 2004 strebt die HVB-Tochter eine Eigenkapitalrendite von 10 % an. Consors hat sogar das nach eigenen Angaben erfolgreichste Jahr in Deutschland hinter sich. Vorstandschef Olivier Le Grand sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, das Vorsteuerergebnis 2003 werde den Rekordgewinn aus dem Jahr 2000 von 16 Mill. Euro noch übertreffen.

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