Commerzbank
Absturz mit Ansage

Die Quartalszahlen der Commerzbank sind enttäuschend schwach ausgefallen, das gilt vor allem für ihren einstigen Gewinnmotor, die Mittelstandsbank. Doch eigentlich hätten die Investoren gewarnt sein müssen. Eine Analyse.
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FrankfurtFür den neuen Commerzbank-Chef Martin Zielke hätte der Start ins neue Amt leichter ausfallen können: An seinem zweiten Tag in der neuen Position musste er seinen Finanzchef gleich schlechte Botschaften verkünden lassen: Denn der Jahresstart der Commerzbank ist alles andere als glänzend verlaufen. Der Gewinn hat sich in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorjahr mehr als halbiert. Die Aktie ging daraufhin auf Tauchstation und verlor zeitweise bis zu elf Prozent an Wert. Von den wenigen Lichtblicken wie der stabilen Kapitaldecke oder dem Umstand, dass die Bank wieder Geld für eine Dividende zurücklegte, ließen sich die wenigsten Anleger trösten.
Eigentlich hätten die Investoren gewarnt sein müssen. Schließlich hatte der scheidende Commerzbank-Chef Martin Blessing auf der Hauptversammlung relativ unverblümt angedeutet, dass sich der Quartalsgewinn halbieren würde.

Doch die Zusammensetzung des Gewinneinbruchs fiel dann wohl doch überraschend aus. Vor allem die Mittelstandsbank, einst stolzes Flaggschiff des Commerzbank-Konzerns, findet kein Mittel gegen die Folgen der niedrigen Zinsen der Europäischen Zentralbank. Der operative Gewinn brach um 40 Prozent ein - und auch die Kosten sind in der Sparte stärker gestiegen, als irgendwo sonst. Getoppt wurde das nur noch vom Kapitalmarktgeschäft, das zwei Drittel weniger als im Vorjahr verdiente.

Kommentare zu " Commerzbank: Absturz mit Ansage"

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  • Sicherllich man kann immer optimieren, doch das machte Blessing schon von Anfang an, aber wirklich innovatives hat man nicht gesehen. Irgendwann gibt es nichts mehr zum optimieren und man muß sich der harten Realität stellen.
    Wenn jetzt Herr Zielke noch aus der Mittelstandsbank vollends eine "Konservenfabrik" macht, dann ist das Ding gelaufen. Wirkliches Firmenkundengeschäft lebt von Nähe und maßgeschneiderte Lösungen und langen Atem! Doch McKinsey und Co negieren das und leben von Prozessoptimierung und Benchmark. Problem nur das machen allen und dann kann man auch nicht besser sein als alle! Das ist leider der Fluch eines "Beratermanagements". Sicherlich gut zu wissen, was andere machen, doch man muß versuchen neue Wege zu gehen und mit neuen Produkten versuchen. Die Berater möchten gerne glänzen mit dem großen Wurf und dem Ei des Columbus, doch das ist eine Illusion des Selbstmarketing! Viele kleine Schritte, viele kleine Ideen und auch die Kultur, daß man der Basis Freiräume läßt um lokale Besonderheiten nutzen zu können, das ist der wirkliche "alte Weg"! Wann wird das endlich wieder verstanden? Berater als Berater, aber nicht als Manager einer Branche, das von vielen komplexen Details lebt! Ein Mix mag gut sein, doch nicht diese Einseitigkeit.
    Danke Herr Müller, einen wesentlichen Beitrag haben Sie dazu geleistet mit Ihrer falschen Personalpolitik!

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