Commerzbank
Achim Kassows Jagdrevier wird verteilt

Die Commerzbank will ihr Osteuropa-Geschäft auf Vordermann bringen, schon bevor Noch-Vorstand Kassow geht. Er galt einmal als Hoffnungsträger der Bank - doch ein Nachfolger ist schon gefunden.
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FrankfurtNoch-Vorstand Achim Kassow ist zwar noch bis zum 12. Juli im Amt, doch solange will die Bank mit dem Umbau ihres Osteuropa-Geschäfts nicht mehr warten. In einer internen Mitteilung hat die Commerzbank angekündigt, das Geschäftssegment Mittel- und Osteuropa noch in diesem Jahr zu straffen.

Diesen Umbau wird im Vorstand künftig Ulrich Sieber vorantreiben müssen, der in der Commerzbank auch den Bereich Personal verantwortet. Er erbt die Zuständigkeit für Osteuropa von Kassow, der im Mai seinen Wechsel auf den Chefsessel der Allianz-Tochter Oldenburgische Landesbank bekannt gab.

Kassow, der eigentlich ein Privatkunden-Experte ist, hatte diese Zuständigkeit im Commerzbank-Vorstand im November an seinen Kollegen Martin Zielke abgeben müssen. Seither war über Kassows baldiges Ausscheiden aus der Commerzbank spekuliert worden.

Kassows Osteuropa-Sparte soll sich künftig vor allem um die Bank-Töchter BRE Bank aus Polen und die Bank Forum in der Ukraine konzentrieren. Denn die Commerzbank schreibt, die Osteuropa-Sparte werde künftig den „Ausbau des Universalbankengeschäfts“ und der Direktbank-Aktivitäten vorantreiben. Damit sind BRE Bank und Bank Forum gemeint, denn beide sind schon Universalbanken und betreuen sowohl Firmen- wie auch Privatkunden.

Von den kleineren Einheiten in Mittel- und Osteuropa, die es in Russland, Tschechien, der Slowakei und Ungarn gibt, kann man das nicht sagen. Sie betreuen fast nur Geschäftskunden und nur vereinzelt vermögende Privatkunden. Sie werden noch in diesem Jahr organisatorisch der Mittelstandsbank zugeschlagen. Das bedeutet, dass sie dann noch stärker im Dienste der erfolgreichen Mittelstands- und Investmentbanking-Sparte stehen sollen.

Die Commerzbank versucht seit längerem, ihre Osteuropa-Sparte profitabler zu machen. Vor allem die Bank Forum musste sich einem Restrukturierungsprogramm unterziehen. 2010 gelang dem Osteuropa-Segment wieder der Sprung in die Gewinnzone, wenngleich dieser mit 53 Millionen Euro noch relativ gering ausfiel. Im ersten Quartal 2011 lag das operative Ergebnis dann bereits bei 78 Millionen Euro. Schon 2012 soll die Sparte aber 350 Millionen Euro verdienen.

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