Commerzbank-Chef auf der Bankentagung
„Der Druck ist weg“

Commerzbank-Chef Martin Blessing fordert die Einführung von Eurobonds. Welche Wirkung er sich davon erhofft und ob er sich Sorgen wegen der Russland-Krise macht, erklärt er auf der Handelsblatt-Bankentagung.
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FrankfurtCommerzbank-Chef Martin Blessing sorgte am heutigen Mittwoch in einem Beitrag im Handelsblatt für Diskussionen. Er forderte die Einführung von Eurobonds – eine Kehrtwende, bisher hatte er sich immer gegen dieses Finanzinstrument ausgesprochen. Erst sollte eine fiskalische und wirtschaftspolitische Union auf Europäischer Ebene geschaffen sein.

Doch Blessing hat seine Meinung geändert. Nun fordert er die sofortige Schaffung von Eurobonds, um die schwächelnden Euroländer zu mehr Disziplin zu zwingen – obwohl Europa von einer wirtschaftspolitischen Einheit noch weit entfernt ist.

„Ich glaube eine politische Integration (Europas, Anm. d. Red.) wird wesentlich länger dauern, als es mir lieb wäre“, räumt Blessing bei der 19. Handelsblatt-Tagung „Banken im Umbruch“ ein. Sie sei eher „Dekaden als Jahre weg“.  Aber: „Wenn wir auf dem Weg den Euro nicht stützen und stärken, dann wird sie weniger wahrscheinlich.“

Er sieht die Sorgenkinder Europas längst nicht am Ziel bei ihren Bemühungen, wieder auf die Beine zu kommen. „Es ist viel erreicht worden, viele Strukturreformen sind durchgeführt worden. Es passiert was, aber noch nicht genug.“

Er wies auf die Folgen der Euro-Garantie von EZB-Chef Mario Draghi im Jahr 2012 hin. Damals hatte Draghi gesagt: Die EZB wird alles Notwendige tun, um den Euro zu erhalten.“ „Die Medizin, die wir verabreicht haben, hat Nebenwirkungen“, sagt Blessing zwei Jahre später bei der Handelsblatt-Bankentagung. „Die Zinsen sind für viele Länder wieder sehr niedrig geworden, das heißt, der Druck, Strukturreformen zu machen, der gekommen war, als die Zinsen wieder sehr hochgegangen sind, der ist jetzt wieder weg.“

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  • Es ist schön, dass Herr Blessing meinen Vorschlag nahezu kopiert, der unter http://de.scribd.com/doc/186119824/EU-Treasury-Bond-Proposal erreichbar ist.

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