Commerzbank-Chef
„Wir schaffen das aus eigener Kraft“

Die Commerzbank will die Kapitalanforderungen der EU-Bankenaufsicht EBA aus eigener Kraft stemmen - ohne Hilfe des Staates. Bankchef Martin Blessing gibt sich kämpferisch - auch wenn ihm der Wind ins Gesicht weht.
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BerlinCommerzbank-Chef Martin Blessing geht weiter davon aus, dass das Geldhaus die Kapitalanforderungen der EU-Bankenaufsicht EBA aus eigener Kraft schafffen kann. „Wir haben doch gesagt, wir werden das aus eigener Kraft schaffen. Im Moment gibt es keinen Grund, an irgendeiner meiner Äußerungen etwas zu ändern“, sagte Blessing.

Die neuen Kapitalanforderungen der EU drohen für Commerzbank zu einer Mammutaufgabe zu werden. Deutschlands zweitgrößter Bank fehlen wahrscheinlich rund fünf statt der bisher erwarteten 2,9 Milliarden Euro Eigenkapital, um auf die geforderte Quote von neun Prozent zu kommen, wie mehrere mit den Zahlen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters zuvor gesagt hatten.

„Ich bin nicht bereit, mich auf Vorrat zu rasieren“, ergänzte Blessing. Man müsse abwarten, welche Kapitalanforderungen die EBA am Ende tatsächlich stellen werde. Die Chance für Vertrauen am Markt zu sorgen, habe die EBA hinter sich gelassen.

Um die Auflagen zu erfüllen, will Blessing früheren Angaben zufolge die Bilanzrisiken im kommenden halben Jahr drastisch herunterfahren - möglicherweise um bis zu 20 Prozent, wie Insider betonten. Ob das gelingt, bezweifeln Experten.

Blessing hat seine Zukunft als Vorstandschef daran geknüpft, dass die teilverstaatlichte Bank nicht nochmals Staatshilfe beanspruchen muss. Die radikale Schrumpfkur dürfte nicht nur zulasten des Auslandsgeschäfts gehen, sondern auch Kommunen in Deutschland treffen, deren die Commerzbank Milliarden leiht.

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Hiobsbotschaft belastet Commerzbank schwer

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  • Ein Kurssturz auf Basis unbestätigter Meldungen seitens Reuters?

    Sehen wir uns einmal die Chronologie der Commerzbank an. Auf drängen des Staates musste sie seinerzeit die Dresdner Bank übernehmen! Denn ein Verbleib dieser bei der Allianz, hätte dem Versicherungskonzern große Probleme bereitet. Da fast jeder Deutsche Lebensversicherungen besitzt, war die Politik sehr daran interessiert, diesen Schaden von der Allianz abzuwenden. Daher kommen auch die für den Staat schlechten Konditionen bei der späteren Rettung. Anfang des Jahres forderte die deutsche Regierung ihre Banken auf, europäische Staatsanleihen zu halten und nicht zu verkaufen!

    Für mich ist die Commerzbank ein klassisches Bauernopfer! Profitiert haben die Allianz und die Deutsche Bank, beides Konzerne die eben stärker sind und den besseren Draht zur Politik haben.

    Wer einmal nach Schaeffler und Commerzbank goggelt, wird erfahren, dass die Commerzbank Schäffler seinerzeit einen Kredit von 5 Milliarden EUR gegeben hat. Als Sicherheit sind Schaefflers Beteiligung bei Conti und die INA Werke mit Sitz in Herzogenaurach hinterlegt.

    Wenn Blessing sagt, er kann auch die 5 Milliarden EUR stemmen, glaub ich ihm das. Auch die Tochterbank, die ComDirekt gehört zu führenden Direktbanken und wäre im Notfall einiges Wert.

    Mit den Aktien der Commerzbank wird seit langem viel Geld mit Leerverkäufen verdient, doch irgendwann hat auch dieses Spiel ein Ende. Bis dato rate ich allen investierten nicht die Nerven zu verlieren.

  • Zitat:
    „Wir schaffen das aus eigener Kraft“

    Soll das bedeuten er stellt seinen Posten einem kompetenteren Bewerber zu verfügung?

  • Wer ist bereit einer Bank die vor wenigen Monaten Investoren ihre heute bei rund € 1,20 notierte Aktie zum Preis von über € 2 angedient hat erneut Geld hinterherzuwerfen? Und um Eigenkapitalauflagen zu erfüllen soll das neue Geschäftsmodell jetzt der Abbau der Aktiva sein?
    Da kreisen schon freudig die Vulture Funds über den gelben Turm am Kaiserplatz. und die Frage ist nicht wann Herr Blessing in Berlin aufkreuzt um Hilfen zu beantragen sondern wann Frau Merkel in Frankfurt aufkreuzt um Steuergelder zur Rettung der systemrelevanten Commerzbank abzuliefern.

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