Commerzbank-Chef

„Wir schaffen das aus eigener Kraft“

Die Commerzbank will die Kapitalanforderungen der EU-Bankenaufsicht EBA aus eigener Kraft stemmen - ohne Hilfe des Staates. Bankchef Martin Blessing gibt sich kämpferisch - auch wenn ihm der Wind ins Gesicht weht.
14 Kommentare
Commerzbank-Chef Martin Blessing will sein Bankhaus selbst retten - ohne Staat. Quelle: dapd

Commerzbank-Chef Martin Blessing will sein Bankhaus selbst retten - ohne Staat.

(Foto: dapd)

BerlinCommerzbank-Chef Martin Blessing geht weiter davon aus, dass das Geldhaus die Kapitalanforderungen der EU-Bankenaufsicht EBA aus eigener Kraft schafffen kann. „Wir haben doch gesagt, wir werden das aus eigener Kraft schaffen. Im Moment gibt es keinen Grund, an irgendeiner meiner Äußerungen etwas zu ändern“, sagte Blessing.

Die neuen Kapitalanforderungen der EU drohen für Commerzbank zu einer Mammutaufgabe zu werden. Deutschlands zweitgrößter Bank fehlen wahrscheinlich rund fünf statt der bisher erwarteten 2,9 Milliarden Euro Eigenkapital, um auf die geforderte Quote von neun Prozent zu kommen, wie mehrere mit den Zahlen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters zuvor gesagt hatten.

„Ich bin nicht bereit, mich auf Vorrat zu rasieren“, ergänzte Blessing. Man müsse abwarten, welche Kapitalanforderungen die EBA am Ende tatsächlich stellen werde. Die Chance für Vertrauen am Markt zu sorgen, habe die EBA hinter sich gelassen.

Um die Auflagen zu erfüllen, will Blessing früheren Angaben zufolge die Bilanzrisiken im kommenden halben Jahr drastisch herunterfahren - möglicherweise um bis zu 20 Prozent, wie Insider betonten. Ob das gelingt, bezweifeln Experten.

Blessing hat seine Zukunft als Vorstandschef daran geknüpft, dass die teilverstaatlichte Bank nicht nochmals Staatshilfe beanspruchen muss. Die radikale Schrumpfkur dürfte nicht nur zulasten des Auslandsgeschäfts gehen, sondern auch Kommunen in Deutschland treffen, deren die Commerzbank Milliarden leiht.

Hiobsbotschaft belastet Commerzbank schwer
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

14 Kommentare zu "Commerzbank-Chef: „Wir schaffen das aus eigener Kraft“"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ein Kurssturz auf Basis unbestätigter Meldungen seitens Reuters?

    Sehen wir uns einmal die Chronologie der Commerzbank an. Auf drängen des Staates musste sie seinerzeit die Dresdner Bank übernehmen! Denn ein Verbleib dieser bei der Allianz, hätte dem Versicherungskonzern große Probleme bereitet. Da fast jeder Deutsche Lebensversicherungen besitzt, war die Politik sehr daran interessiert, diesen Schaden von der Allianz abzuwenden. Daher kommen auch die für den Staat schlechten Konditionen bei der späteren Rettung. Anfang des Jahres forderte die deutsche Regierung ihre Banken auf, europäische Staatsanleihen zu halten und nicht zu verkaufen!

    Für mich ist die Commerzbank ein klassisches Bauernopfer! Profitiert haben die Allianz und die Deutsche Bank, beides Konzerne die eben stärker sind und den besseren Draht zur Politik haben.

    Wer einmal nach Schaeffler und Commerzbank goggelt, wird erfahren, dass die Commerzbank Schäffler seinerzeit einen Kredit von 5 Milliarden EUR gegeben hat. Als Sicherheit sind Schaefflers Beteiligung bei Conti und die INA Werke mit Sitz in Herzogenaurach hinterlegt.

    Wenn Blessing sagt, er kann auch die 5 Milliarden EUR stemmen, glaub ich ihm das. Auch die Tochterbank, die ComDirekt gehört zu führenden Direktbanken und wäre im Notfall einiges Wert.

    Mit den Aktien der Commerzbank wird seit langem viel Geld mit Leerverkäufen verdient, doch irgendwann hat auch dieses Spiel ein Ende. Bis dato rate ich allen investierten nicht die Nerven zu verlieren.

  • Zitat:
    „Wir schaffen das aus eigener Kraft“

    Soll das bedeuten er stellt seinen Posten einem kompetenteren Bewerber zu verfügung?

  • Wer ist bereit einer Bank die vor wenigen Monaten Investoren ihre heute bei rund € 1,20 notierte Aktie zum Preis von über € 2 angedient hat erneut Geld hinterherzuwerfen? Und um Eigenkapitalauflagen zu erfüllen soll das neue Geschäftsmodell jetzt der Abbau der Aktiva sein?
    Da kreisen schon freudig die Vulture Funds über den gelben Turm am Kaiserplatz. und die Frage ist nicht wann Herr Blessing in Berlin aufkreuzt um Hilfen zu beantragen sondern wann Frau Merkel in Frankfurt aufkreuzt um Steuergelder zur Rettung der systemrelevanten Commerzbank abzuliefern.

  • Lasst mich mal raten, Herr Blessing hat jetzt als Zielvereinbarung die zig.-Mrd. EK zu beschaffen, wenn er das schafft bekommt er einen Boni von zig-Millionen. Klasse oder? Wenn nicht, bekommt er eine 2-stelligen Millionenbetrag als Abfindung auch Klasse oder?? Und die Mitarbeiter? Keine Boni, kein Weihnachtsgeld und jeden Tag die Peitsche etwas zu verkaufen was kein Mensch braucht! Das ist die tägliche CoBk. Realität!

  • Im Falle der Staatsanleihen sind die Banken von den Staaten massiv getäuscht worden. Und jetzt sollen sie allein die Suppe auslöffeln.

    Die s.g. Märkte sind wildgewordene Spektulanten, die offensichtlich den Ernst der Lage nicht erkannt haben oder wollen. Am Ende werden auch diese bluten!

    Investmentbanking ist ein anderes Thema.

  • Was erlaubt sich die EU Politik und deren Bankenaufsichtsbehörde EBA eigentlich. Über Jahre sich höchst zu verschulden um sich bei den Wählern lieb Kind zu machen, die Banken dazu nötigen dies zu finanzieren und sie zu belügen diese Anleihen seien sicher und jetzt, wo man die Schulden nicht zurück zahlen kann (will) von den Banken nicht nur verlangen die Gleichen abzuschreiben, sondern, da ja richtigerweise die Märkte deswegen und nur deswegen, negativ reagieren, von den Banken auch noch verlangen ihre Eigenkapitalquote unrealistisch herauf zu setzten. Dies um die Märkte zu beruhigen. Nur was und wer ist denn die Ursache für das negative reagieren der Märkte? Da wird der schwarze Peter den Banken zugeschoben wo die wahren Verursacher bei den Politikern zu suchen sind. Politiker übernehmen wohl nie die Verantwortung für ihre Aktionen, die aus grenzenloser Dummheit, gepaart mit Selbstherrlichkeit und daraus resultierender unendlicher Anmaßung, resultieren. In ihrer unendlichen Selbstsucht (ja man kann schon sagen Unverschämtheit) schaden sie mit ihren völlig ungerechtfertigten und unrealistischen Forderungen auch noch der gesamten Gesellschaft zumal die Banken logischerweise daraufhin sämtliche Kredite an den Mittelstand und, wie der Bericht es schon sagt, an die Kommunen, einstellen werden. Auch Staatsanleihen werden sie natürlich nicht mehr kaufen. Wie wollen diese herrlichen Herren und Damen von der Politik denn dann ihre Schulden in Zukunft refinanzieren? Man kann nur empört sein.

  • Jetzt warte ich nur noch auf die Nachricht einer Fehlbuchung. Wie wir alle wissen, ist die Buchhaltung ja ohnehin nur für statistische Zwecke.

    Wo sind wir gelandet?

    Betrachtet man die Kursstürze von einem zum nächsten Tag, so muss man feststellen, dass dies mit der realen Welt zu tun haben kann. Ist dem wirklich so? Nein, es bringt einfach zum Ausdruck, dass man es der Führung nicht mehr zutraut, einen "Laden" aus dem Dreck zu ziehen.

    Sicherlich kommt erschwerend hinzu, dass man Berlin, der Regierung, eigentlich Frau Merkel (sonst gibt es ja niemanden mehr) nicht den Sachverstand zur Situationsklärung zutraut. Ihr fehlt objektiv betrachtet die Kompetenz (siehe auch das letzte Interview von Ludwig Poullain in dieser Zeitung).

    "Haben fertig!"

  • Richtig Herr Blessing! Lassen Sie sich nicht von diesen verbrecherischen, anmaßenden, lügnerischen und unendlich dummen (zumal ihre absurden Forderungen am Ende sie selbst treffen) Politikern erpressen. Zudem; wer an irgendwelche gezielt gestreuten Gerüchte glaubt, ohne jegliche reale Grundlage, dem ist auch wirklich nicht mehr zu helfen.

  • Es muß natürlich heißen: Millionen-Beträge und nicht Milliarden.

  • Es ist für mich unverständlich wo die Fast-Pleite-Staatsbank das Geld hernimmt, jeden Tag teure Werbespots im Fernsehen zu schalten.
    Wenn man die Schaltungen aufs Jahr hochrechnet, ergibt sich ein hoher zweistelliger Milliardenbetrag, der buchstäblich zum Monitor hinausgeschmissen wird.
    Hinzu kommt, daß die Spots grottenschlecht gemacht sind.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%