Commerzbank
Die Spekulanten sind wieder da

Zum ersten Mal seit Jahren setzt ein Hedgefonds wieder auf einen Kursverfall der Commerzbank-Aktie. Der Angreifer ist ein alter Bekannter. Wird seine Wette aufgehen?
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FrankfurtFür die Commerzbank-Aktie ging es in diesem Jahr vor allem in eine Richtung: bergab. Seit Jahresauftakt haben die Papiere um rund 39 Prozent nachgegeben. Und dabei dürfte es nicht bleiben, wenn es nach dem britischen Hedgefonds Marshall Wace geht. Er wettet darauf, dass der Commerzbank-Kurs weiter fällt – und hat dazu sogenannte Short-Positionen auf 0,63 Prozent der Aktien des Instituts aufgebaut. Das geht aus dem Bundesanzeiger hervor. Die Bank wollte den Vorgang nicht kommentieren.

Durch Leerverkäufe von Aktien profitieren Hedgefonds wie Marshall Wace von der schwachen Kursentwicklung bei einzelnen Titeln. In den vergangenen Wochen hatten Marshall Wace und weitere Hedgefonds auf diese Weise auch die Deutsche Bank attackiert. Auch der britische Star-Investor George Soros zählte zumindest zeitweise zu den Angreifern.

Deutsche-Bank-Chef John Cryan hatte Spekulanten für den rasanten Absturz des Börsenkurses in den vergangenen Wochen und Monaten verantwortlich gemacht. Ziel der Attacken sei es, das Vertrauen in das Institut zu schwächen.

Das rief Sigmar Gabriel auf den Plan: „Ich wusste nicht, ob ich lachen oder wütend sein soll, dass die Bank, die das Spekulantentum zum Geschäftsmodell gemacht hat, sich jetzt zum Opfer von Spekulanten erklärt“, sagte der SPD-Chef und Vizekanzler am Sonntag.

Tatsächlich gehört die Deutsche Bank zu den großen Spielern im Geschäft mit den Hedgefonds. Analystenschätzen, dass die Bank in ihrem sogenannten „Prime Brokerage“-Bereich rund 33 Milliarden Euro an Hedgefonds-Vermögen betreut. Die Bankstellt den Fonds Liquidität zur Verfügung, wickelt ihre Geschäfte ab – und hilft ihnen auch dabei, auf Kursverluste anderer Unternehmen zu wetten.

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Umbau kostet die Commerzbank viel Geld

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  •  Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.http://www.handelsblatt.com/netiquette

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  • Warum sind Spekulanten überaus wichtig in einer freien Marktwirtschaft, und warum verachten - echte und verkappte - sozialistsiche Staatsinterventionisten das Spekulantentum?
    Um großartigsten ist das für mich in diesem Artikel von 2010(!!) über den Irrsinn der "Rettung" Griechenlands vor dem Staatsbankrott beschrieben:
    "Und alle, Bürger, Kommunen, Staaten und die unzähligen Gremien des EU-Apparats, gehen davon aus, dass dieses Aneinanderfügen von Ansprüchen unbeschränkt funktionieren wird. Als ob nie jemand auf die Idee käme, die Summe aller Ansprüche in ein Verhältnis der kumulierten Leistungsfähigkeit des Kollektivs zu setzen. Und dann erschreckt festzustellen, dass zwischen dem, was man weiterreichen zu können glaubt, und dem, was mutmasslich zu diesem Zwecke erwirtschaftet werden könnte, eine stetig grösser werdende Lücke klafft. Die Finanzmärkte sind dieser Lücke gewahr geworden. Die bösen, bösen Finanzmärkte und ihre Vollzugsorgane, die Spekulanten und Leerverkäufer! Sie haben der dumpfen Ahnung, dass der unbeschränkte Transfer ein Ende haben muss, eine durch Marktwerte, Kurse und Preise ausgedrückte Wahrscheinlichkeit verliehen."
    http://www.nzz.ch/des-kaisers-neue-kleider-1.6259279

    DER MARKT IRRT NÄMLICH NIE, und Spekulation hilft daher, ökonomische Fehlentwicklungen (wie im Falle von Griechenland eine Staatsverschuldung jenseits von gut und böse) aufzudecken.
    Darüber hinaus gilt für die österreichische Schule der Nationalökonomie, deren Anhänger ich bin: Jedes Handeln ist UNGEWISS und daher zwangsläufig spekulativ!
    Spekulation wird jedoch sehr wohl dann schädlich, wenn z.B. "Too-Big-To-Fail"-Spekulanten mit ins Spiel kommen (wie aktuell etwa die systemrelevante Deutsche Bank, bei der aufgrund des legalen, d.h. also STAATLICH GEDECKTEN Ponzi-Schemas Bruchteilsreservebankwesen = Fractional Reserve Banking ein massives "Deleveraging" das gesamte Finanzsystem umreißen könnte), die Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren können...

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