Commerzbank: EU signalisiert grünes Licht für Eurohypo-Pläne

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EU signalisiert grünes Licht für Eurohypo-Pläne

Eine Auflage der EU-Kommission, die die Commerzbank zum Verkauf der Tochter Eurohypo verpflichtet, scheint zu kippen. Das berichten mit den Verhandlungen vertraute Personen. Die Ersatzauflagen dürften verschmerzbar sein.
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FrankfurtIn den Verhandlungen über die Zukunft der Commerzbank-Tochter Eurohypo mit der EU-Kommission zeichnet sich nach Handelsblatt-Informationen eine baldige Lösung ab. Die EU-Kommission habe signalisiert, dass sie mit den Plänen der Commerzbank einverstanden sei, Teile der Eurohypo zu integrieren und den Rest abzuwickeln. Die Gespräche könnten bereits im kommenden Monat abgeschlossen werden, hieß es.

Dafür wird das Geschäft der Eurohypo aber wohl gründlich gestutzt. Den Informationen zufolge wird die Kommission der Commerzbank zwar aller Wahrscheinlichkeit nach erlauben, Teile des profitablen Immobiliengeschäfts der Eurohypo in den Konzern zu integrieren. „Das werden aber wohl sehr kleine Teile sein, der Rest wird abgewickelt“, heißt es aus den mit den Gesprächen vertrauten Kreisen.

Es gilt als wahrscheinlich, dass die Eurohypo sich zumindest aus einem Teil ihres gesunden Kerngeschäfts im Ausland zurückziehen muss. Ende Juni 2011 bestand das Kerngeschäft der Eurohypo noch aus einem 26,8 Milliarden Euro großen deutschen und einem 30 Milliarden Euro großen ausländischen Immobilienkreditbuch.

Wie chancenlos ein Verkauf der Eurohypo derzeit wäre, belegt gestern die Mitteilung der Ratingagentur Moody’s. Sie kündigte an, die Ratings der Commerzbank und der Eurohypo auf eine Herabstufung hin zu prüfen. Grund sei die negative Entwicklung bei der Eurohypo. Die Eurohypo wäre ohne Unterstützung ihres Mutterkonzerns in den Augen der Ratinganalysten praktisch nicht überlebensfähig.

Als Achillesferse gilt die Refinanzierung. Ohne ordentliche Sicherheiten erhält die Eurohypo ohnehin an den Kapitalmärkten kein Geld. Und auch die Refinanzierung über Pfandbriefe, also über Anleihen, die zusätzlich mit Immobilien- oder Staatskrediten besichert sind, sei zuletzt nicht leicht gewesen, berichten Finanzexperten. In so einem Zustand wäre es äußerst schwierig gewesen, einen Käufer zu finden.

Auch die schwache Kapitalbasis der Eurohypo ist Moody’s angesichts der schwelenden Staatsfinanzierungskrise in Europa ein Dorn im Auge. Immerhin besitzt die Commerzbank-Tochter noch immer griechische Staatsanleihen im Volumen von 1,4 Milliarden Euro, die erst auf 50 Prozent ihres Ursprungswerts abgeschrieben sind. In den Verhandlungen über einen Schuldenschnitt zeichnet sich aber längst ab, dass die Verluste auf griechische Bonds letztlich wohl bei mindestens 70 Prozent liegen dürften. Das hieße, dass das Institut im vierten Quartal wohl erneut mindestens 500 Millionen Euro abschreiben muss.

Das marode Staatsanleihen-Portfolio der Eurohypo war bereits 2011 Grund dafür, dass die Commerzbank den europäischen Stresstest nicht bestand und nun bis Juni ihre Kapitallücke von mindestens 5,3 Milliarden Euro schließen muss. Nach der gestrigen Vorstandssitzung der Commerzbank konkretiesieren sich die Pläne, wie das Institut dies bewerkstelligen will. Aus der Commerzbank erfuhr das Handelsblatt, der Vorstand verfolge primär einen Plan A, der ausschließlich Maßnahmen umfasse, mit denen die Bank die Kapitallücke vor allem durch den Abbau von Risiken schließen wolle.

Die Umwandlung der stillen Einlage der Allianz in hartes Kapital sei nur in einem Plan B vorgesehen, hieß es. Der Vorstand will verhindern, dass neben dem Bund ein zweiter Großaktionär Einfluss erhält. Nach einer Umwandlung ihrer stillen Einlage wäre die Allianz mit rund 15 Prozent zweitgrößter Anteilseigner der Commerzbank.


Thomas Ludwig
Thomas Ludwig
Handelsblatt / EU-Korrespondent

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    zzt. wird der aktienkurs wegen dieser unsicherheit
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