Commerzbank
Für die Steuerzahler sieht es schlecht aus

Die Bundesrepublik ist mit 25 Prozent an der Commerzbank beteiligt. Will der Staat nicht auf Verlusten sitzen bleiben, müsste sich der Aktienkurs verdreifachen. Politiker schlagen Alarm.
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Berlin/FrankfurtDie schlechte wirtschaftliche Lage bei der Commerzbank alarmiert die Politik. Denn die Aktien, die der mit 25 Prozent an der Bank beteiligte Staat besitzt, haben dramatisch an Wert verloren. Parteiübergreifend übten Parlamentarier Kritik an der Bank und forderten Konsequenzen. „Die Entwicklungen bei der Commerzbank sehen wir zunehmend mit Sorge“, sagte Klaus-Peter Flosbach, der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion dem Handelsblatt.

Der Koalitionspartner äußert sich ähnlich. „Die Performance der Commerzbank ist - in einer zugegebenermaßen schwierigen Marktsituation - nicht zufriedenstellend. Andere Marktteilnehmer kommen mit der Situation besser klar“, urteilte der FDP-Finanzexperte Björn Sänger.

Die schlechten Geschäftszahlen vom Donnerstag und der pessimistische Ausblick hatten für Kursverluste gesorgt. Sänger sieht Vorstand und Aufsichtsrat in der Pflicht, „eine klare und verlässliche Strategie zu entwickeln, wie die volle Wettbewerbsfähigkeit wiederhergestellt werden kann“. In der Commerzbank sei ein ordentlicher Batzen Steuergeld gebunden, „der nicht auf Ewigkeiten in diesem Institut verbleiben soll und kann“, meint Sänger.

Der finanzpolitische Sprecher der Grünen, Gerhard Schick, geht noch weiter. Für ihn stellt sich die Frage, „warum Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller immer noch in diesem Amt ist“. Er sei schließlich „entscheidend für die Schieflage der Bank verantwortlich“, sagte er und ergänzte: Der Bund stehe als größter Eigentümer der Bank in der Verantwortung. Er könne sich nicht mit dem Verweis auf die Minderheitsbeteiligung verstecken.

Die Kritik aus der Politik kommt nicht von ungefähr. Finanziell ausgezahlt hat sich das staatliche Engagement bislang bei weitem nicht. Und mit jedem Kursrutsch sinkt auch der Wert des Aktienpakets, das der Bund als Großaktionär hält. Nach Berechnungen des Handelsblatts haben alle vom Bund gekauften Aktien zusammen 3,3 Milliarden Euro an Wert verloren.

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  • 1 Mrd. euro Gewinn ist völlig ausreichend um eine Verdopplung des Wertes der Commerzbank zu rechtfertigen. Voraussetzung ist, dass Anleger glauben das Ergebnis wäre nachhaltig. Die Comerzbank kann tun und lassen was sie will. Solange sie PIIGS-Anleigen hält wird sie dafür abgestraft. Das Ausfallrisiko dieser Länder ist viel zu hoch und gefährdet somit den Unternehmenswert. Solange die Politik die "Schuldenkrise" nicht in den Griff bekommt, werden Banken keine nachhaltige Wertentwicklung erzielen können.

    PS: Die Bilanzssumme einer Bank für Kennzahlen zu verwenden (um sie mit Nicht-Banken zu vergleichen) ist ein heikles Thema und sollte besser unterlassen werden.

  • Grundsätzlich gesehen haben Sie schon Recht mit Ihrer Ermahnung. Aber bitte berücksichtigen Sie bei Ihrer Wertung ob wir über einen Tante Emma Laden mit 120 T€ Jahresumsatz sprechen, einen Mittelständler mit ein paar Millionen Umsatz, oder eben über die CoBa mit ihren 660 Milliarden Bilanzsumme. Da sind 1,04 Mrd. € operatives Ergebnis nun nicht so erfolgreich. Mal ganz davon abgesehen dass das KonzernERGEBNIS dann nur mit 645 Mio. ausgewiesen ist und dass das Ergebnis auch ganz schön tricky zustandegekommen ist.

  • Das hört sich ja fürchterlich an. Aber genau das muss man machen. Wie können nur die "klügsten" Leute, gemessen an ihrem Bonusanspruch, so um Steuergelder betteln? Und hat der Steuerzahler einmal mehr die Commerzbank gerettet, wird das Gehalt wieder erhöht.

    Wie kaputt müssen unsere Ministerialen sein? Solange man die nicht zur Rechenschaft zieht, werden die ihrerseits auch nicht für klare Verhältnisse sorgen. Schließlich erwarten sie nach ihrem Ausscheiden aus der aktiven Politik einen gut bezahlten Job - möglichst bei der Bank, die man so uneigennützig gefördert hat.

    Es ist für wahr an der Zeit, dass das Antikorruptionsgesetz auch in Deutschland verabschiedet wird. Für die, die es nicht wissen sollten: Die Bestechung der Politiker soll als Straftatbestand ins Strafgesetzbuch aufgenommen werden. Seit 2003 soll dies bereits geschehen. Wir sehen die Bestechungsgeschichte ist nicht allein ein Problem der jetzigen Regierung. Schröder, Fischer, Clement, Müller, Riester und viele andere, also SPD und GRÜNEN -Politiker hatten und haben ein Interesse am Festhalten des Status Quo.

    Wenn wir ehrlich sind, dann bereichern sie sich auf unehrenhafte Weise am Volk.

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