Commerzbank

Jetzt geht es den Filialen an den Kragen

Nur 24 Millionen Euro hat die Commerzbank im zweiten Quartal mit Privatkunden verdient. Vorstandschef Martin Blessing will mit einem neuen Sparprogramm gegensteuern. Harte Einschnitte kündigen sich an.
Update: 09.08.2012 - 10:33 Uhr 21 Kommentare

Commerzbank bleibt ein Sorgenkind

FrankfurtDie Commerzbank kommt auch vier Jahre nach der Übernahme der Dresdner Bank im Privatkundengeschäft nicht voran. Das Ergebnis der Sparte sei nicht zufriedenstellend, sagte Finanzvorstand Stephan Engels am Donnerstag in Frankfurt.

Im ersten Halbjahr verdiente das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut im Filialgeschäft operativ nur noch 126 Millionen Euro, mehr als ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal verdiente die Commerzbank ganze 14 Millionen Euro. Als Reaktion deutete die Bank nun ein neues Sparprogramm an.

Bis November will die Bank vor allem das Geschäft mit den elf Millionen Privatkunden unter die Lupe nehmen, mit dem sie im zweiten Quartal kaum noch Geld verdiente, wie Vorstandschef Martin Blessing am Donnerstag in Frankfurt sagte. Spekulationen über einen Stellenabbau und Filialschließungen kursieren bereits seit einigen Wochen.

Wegen der geringen Zinsen sanken die Gewinne im Einlagengeschäft. Zudem hielten sich die Kunden angesichts der Turbulenzen an den Kapitalmärkten mit Wertpapiergeschäften zurück. Das drückte auf den Provisionsüberschuss. Gesunkene Kosten konnten das nicht wettmachen. Analysten bemängeln seit langem die schwache Ertragskraft im Privatkundengeschäft. Der Commerzbank gelinge es nicht, ihre mit den vielen Filialen eigentlich große Vertriebskraft umzusetzen.

Nun will das Management gegensteuern. Es deutete neue Einschnitte an. „Wir werden die strategische Weiterentwicklung des Segments vorantreiben“, erklärte Finanzvorstand Engels. Was das konkret heißt, ließ er zunächst offen. In Medienberichten hatte es zuletzt geheißen, dass die Bank 2000 Stellen streichen könnte.

Für das zweite Halbjahr rechnet die zweitgrößte deutsche Bank mit sinkenden Gewinnen, nachdem das Konzernergebnis schon im ersten Halbjahr um ein Drittel auf 697 Millionen Euro geschrumpft war. „Wir sehen derzeit keine Anzeichen dafür, dass sich der Druck auf das Operative Ergebnis reduziert“, sagte Finanzvorstand Stephan Engels.

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21 Kommentare zu "Commerzbank: Jetzt geht es den Filialen an den Kragen"

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  • Zu geringe Erträge im Privatkundengeschäft! Das wird doch der Bock zum Gärtner gemacht. Zuerst wurde der Wert einer Bankdienstleistung u.a. von der CoBa selbst auf Ramschniveau gedrückt (siehe kostenloses Girokonto und 50 EUR für die Eröffnung), jetzt wo die Preise für die kostenintensivste Dienstleistung (Bargeldversorgung, Kundenservice, Reklamationsbearbeitung)im Keller sind wird gejammert.
    Die Rechnung, mit kostenlosen Girokonten den Sparkassen und Volksbanken die Kundschaft abzujagen und dann mit anderen Produkten Profit machen hat wohl nicht fünktioniert! Der "Geiz-ist-geil" Kunde hat auch bei der CoBa nur die Rosienen herausgepickt (Top-Anlage mit unwirtschaftlichen Zinsen,Girokonto), den Rest macht er bei günstigeren Direktbanken.
    Die ganz schlauen Füchse eröffnen mittlerweile ein Girokonto, nehmen 50 EUR Prämie mit und schließen es nach einigen Monaten wieder, in derzeit noch eine Kundenwerbung -> nochmals zwischen 25 bis 50 EUR Prämie!
    Einige Monate später beginnt das Spiel von neuem, so revancieren sich die Mitarbeiter der Konkurrenten für das abwerben über Konditionen ihrer Stammkundschaft drch die CoBa.
    Es wird für die Bank ein hoher Verwaltungs- und Kostenaufwand produziert, solange bis es mit diesem ruinösen Preiskampf mal eine Ende hat!!!

  • ich bin seit 50 jahren kunde - nun commerzbank -
    doch ich werde sie verlassen
    das sagt doch alles, oder?

  • Kann das leider auch nur bestätigen. Ich bin Sparkassenkunde seit Jahrzehnten. Meine Frau ist bei der CoBa Kunde. IN nun mehr 2 Jahren habe ich von 5 neuen EC-und Kreditkarten bis hin zu einfach mal ebenso Karten sperren (aufgrund von Skimming-Versuchen an Automaten) war alles dabei. Jedesmal nur alles per Telefon weil die Öffnungszeiten für normal arbeitende Menschen einfach nicht schaffbar sind. Jedesmal mussten auch die Kosten für neue Karten von uns übernommen werden. Ich bin noch heute froh das mich mein Bankberater kennt seit dem ich 15 Jahre alt war und ich noch heute den Luxus genieße ihn einfach anzurufen und viele Angelegenheiten so zu klären. Bei einer Bank wie der CoBa, faktisch einfach unmöglich.

  • Unsinn! Text lesen und verstehen! Scheint Ihre Schwäche zu sein. Sie müssen ein Manager der Commerzbank sein!!

  • Das Business mit Privatkunden, mit Gewerbekunden, die Mitarbeiter, die Aktionäre, praktisch alles ist längst abgesoffen aber der Martin fährt unverdrossen mit Kapitänsmütze die Kiste weiter gegen die Wand. Mit freundlicher Unterstützung des Bundes unter Leitung von Frau Merkel und Herrn Schäuble. Mal schauen welche abstrusen Ideen aus dem Strategielabor im Glasturm noch kommen aber der Befreiuungsschlag der Commerbank steht zweifellos bevor und morgen, übermorgen oder egal wann wird eine Fusion, eine Aufgliederung, eine Restrukturierung, Bilanzkosmetik oder irgend etwas, was nur als Story halbwegs glaubhaft erscheint zum großen Wurf erklärt. Der letzte der Vorstände, Martin, wer sonst? macht bitte das Licht im Glasturm aus. Danke.

  • "Die Commerzbank hingegen stellt den Kunden vor die Wahl "hochpreisig zu zahlen oder das Depot verlegen". Verlegt der Kunde das Depot, hat die Commerzbank Anlagekapital verloren und unterbricht durch ein antiquiertes Geschäfts- und Organisationsmodell auch den Kontakt des "VIP"-Beraters zu seinem "Kunden". "

    Ist klar: Sie möchten wie ein D-Kunde zahlen, aber wie ein A-Kunde behandelt werden. Depot schön zur Direktbank, den A-Kundenberater aber ab und an mal wegen eines kleinen Tipps ne Stunde volllabern. Um dann per Internet bei DiBa zu ordern.
    Und da wundern Sie sich, wenn eine Bank auf Sie dankend verzichten kann????

  • "Dazu muss man neben dem Depot ein Geldkonto unterhalten, welches noch mal Gebühren kostet. Obwohl ein Girokonto vorhanden ist..."

    Stimmt in keinster Weise. Ich bin selbst bei der CB und habe ein solches Geldkonto. Dieses kostet mitnichten Gebühren. Zweitens könnte ich ohne weiteres mein Girokonto als Depotverrechnungskonto einmelden lassen, habe ich zeitweilig auch schon gemacht.
    Bevor Sie das nächste Mal also irgendwelche Behauptungen in den Raum stellen bitte etwas genauer recherchieren, ansonsten ist es nichts weiter als Stimmungsmache.

  • Aus einem Börsen-Bericht:

    Den Stresstest der europäischen Bankenaufsicht EBA hat das Institut im zweiten Quartal aber offenbar locker bestanden. Aus der Kapitallücke von 5,3 Milliarden Euro, die die Bank im Dezember noch vorwies, ist nun ein Kapitalüberschuss von 2,8 Milliarden Euro geworden. Damit steigerte die Bank ihre Kernkapitalquote auf 12,2 Prozent.

    Commerzbank baut Engagement in PIIGS-Staaten weiter ab. Ende Juni lag es bei €11,2 Mrd nach €14,7 Mrd im Vorjahr
    +++ Kein Engagement mehr in Griechenland und Irland.

  • Blessing ist ein Genie:

    Erst die Dresdner Bank gekauft für viele Milliarden, dann den Anlageschrott derselben für noch mehr Milliarden abgewickelt.

    Das hat der Allianz zig-Milliarden gespart.

    Erst die Schiffsbank gekauft, nun wird das Geschäft abgewickelt.

    Das hat Unicredito ein paar Milliarden gespart.

    Die Forum Bank ...

    Wer beim Amtsantritt Blessings Commerzbank-Aktien gekauft hat, der ist 95% seines Einsatzes jetzt los.

    Und der Steuerzahler ist auch noch mit ein paar Milliarden dabei.

    Na - was solls - für seine großartigen Leistungen steckt sich Deutschlands schlechtester Banker auch noch 1,5 Millionen Euro jährlich in die Tasche.

    Ausblick:

    Die Coba wird sich weiter gesundschrumpfen - bis auf eine Bilanzsumme von NULL.

  • Wenn ich mir anschaue, welchen "Service" meine Frau bei der ComBa erhält - kein Wunder.
    Wertpapierdepot gefüllt mit Provisionspapieren, inkl. "Umschichtungen zur Optimierung". Hab mir mal den Spaß gemacht und alles aufgetippt, die Top-Strategie hat meine Frau in 10 Jahren fast nichts gekostet. Allerdings auch keinerlei Ertrag gebracht, rote Null. Dazu muss man neben dem Depot ein Geldkonto unterhalten, welches noch mal Gebühren kostet. Obwohl ein Girokonto vorhanden ist... Sowas hatten hatte ich bei meinem alten Arbeitgeber (einer Sparkasse) schon vor 15 Jahren nicht mehr.
    Auszugsdrucker und Geldautomaten geben regelmässig den Geist auf. Echte "Beratung" findet sowieso nicht statt.

    Wäre sie nicht so "faul", wäre das Konto und das Depot schon lange weg von da. :-/

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