Commerzbank
Mehr als 1000 Stellen auf der Kippe

Der Gewinn der Commerzbank im Privatkundengeschäft war zuletzt enttäuschend. Und zwar gleich so sehr, dass das Institut nun offenbar einen Stellenabbau in vierstelliger Größenordnung prüft, wie es in Finanzkreisen heißt.
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FrankfurtDas zweitgrößte deutsche Geldinstitut Commerzbank AG dürfte sein Privatkundengeschäft weiter reduzieren. Wegen des Niedrigzinsumfelds und sinkender Kundenaktivität prüfe die Bank die Streichung von mehr als 1000 Stellen, sagten zwei mit dem Sachverhalt vertraute Personen. Der Vorstand spiele Szenarien durch, wie die Kosten an die Kundenbasis angepasst werden können.

Inzwischen hätten Verhandlungen zwischen Vorstand und Betriebsrat über eine sozialverträgliche Einigung begonnen, sagten sie. 25 Prozent aller Stellen im Filialgeschäft könnten im schlechtesten Fall wegfallen, sagte eine der Personen. Ein Banksprecher machte dazu keine Angaben und verwies auf die Vorstellung der neuen Strategie Anfang November.

Im vergangenen Monat hatte das Institut angekündigt, am 8. November einen Plan zur “Umpositionierung” des Filialgeschäfts vorlegen zu wollen. Die Commerzbank denkt zudem über die Schließung von einigen der 1500 Filialen in Deutschland, längere Arbeitszeiten für die Kundenbetreuer und einen Ausbau des Onlineangebots für die elf Millionen Kunden nach, sagte eine der Personen. Von möglichen Stellenstreichungen wurde zuvor von der Börsen-Zeitung berichtet.

Der operative Gewinn der Bank ist im zweiten Quartal im Retailgeschäft um 82 Prozent auf 14 Mio. Euro gesunken. Hintergrund sind geringere Zins- und Provisionsgewinne. Ohne die Gewinne der Internet-Tochter Comdirect AG wäre dieser Bereich unprofitabel, hatte Anfang August Finanzvorstand Stephan Engels gesagt.

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DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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