Commerzbank
Milliarden-Hypotheken-Deal steht offenbar kurz bevor

Der größte Hypotheken-Deal seit Beginn der Finanzkrise dürfte kurz bevorstehen. Einem Medienbericht zufolge hat sich die Commerzbank für einen Käufer für das fast fünf Milliarden schwere Paket entschieden.
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FrankfurtDie Commerzbank steht nach einem Zeitungsbericht vor dem Verkauf eines vier Milliarden Pfund (knapp 4,7 Milliarden Euro) schweren Hypotheken-Portfolios in Großbritannien. Wie die „Financial Times“ berichtete, verhandelt die Commerzbank nun exklusiv mit dem Finanzinvestor Lone Star und der US-Großbank Wells Fargo über das Paket, das zu den Überresten ihres Immobilienfinanzierers Eurohypo (jetzt Hypothekenbank Frankfurt) gehört.

Die Commerzbank wollte sich zu dem Prozess am Mittwochabend nicht äußern. Laut „FT“ wäre die Transaktion der größte Verkauf eines Hypotheken-Bestandes einer europäischen Bank seit Beginn der Finanzkrise.

Die Londoner Zeitung beruft sich auf mit der Situation vertraute Personen. Dem Bericht zufolge würde Lone Star jenen Teil der Kredite übernehmen, bei dem Zins und Tilgung fraglich geworden sind, Wells Fargo den ordentlich bedienten Teil davon - die große Mehrheit.

Andere Interessenten für das Paket, darunter die Finanzinvestoren Blackstone, Apollo und Starwood Capital sowie der zur Allianz gehörende Vermögensverwalter Pimco, hätten am Dienstag Absagen erhalten. Die Commerzbank werde bei der Transaktion von Barclays beraten.

Viele Banken zögern mit dem Verkauf leistungsgestörter Kredite, weil sie dabei in der Regel Verluste realisieren müssen. So stehen die Hypotheken bei der Commerzbank mit vier Milliarden Pfund in den Büchern, wie die Zeitung schreibt.

Die Angebote dürften aber darunter liegen. Bei regelmäßig bedienten Krediten liege der Abschlag bei rund zehn Prozent, bei den anderen, die etwa ein Viertel des Bestandes ausmachten, bei 25 Prozent.

Doch die Eurohypo muss abgewickelt werden, so dass die Commerzbank nicht um einen Abbau herumkommt. Erst wenn sie die milliardenschweren Altlasten der Eurohypo los ist, kann sie die Sanierung abschließen und wieder nachhaltige Gewinne einfahren. Gelänge der Verkauf des britischen Portfolios, würde das die Aufräumarbeiten erheblich beschleunigen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Commerzbank: Milliarden-Hypotheken-Deal steht offenbar kurz bevor"

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  • Zunächst einmal danke für die Richtigstellung, war wirklich ungewollt vertippt, und dann off topic aus Interesse: was ist Ihrer Ansicht nach Auslöser gewesen wenn nicht Asset Backed- bzw. Mortgage Backed Securities, deren Besicherungsgegenstand als es zum Schwur kam als nicht ganz so werthaltig erwiesen hat, wie behauptet von allen Beteiligten fraglos angenommen?

  • .... und Sie schließen daraus, dass das Forderungsportfolio, das hier zur Debatte steht, ausschließlich aus Subprimekrediten besteht? Wieso? Weil Sie es wissen oder weil es ganz gut in Ihre Argumentation passt?

  • @Mobius

    Einfache Gemüter geben sich mit Schlagworten zufrieden. Darauf baut das Stimmenfangkonzept der AfD.

    Substantiell hat die AfD aber nichts zu bieten. Immer wieder wird rhetorisch runtergeleiert, dass es einer Alternative bedarf. Wenn die Alternative nur aus Schlagworten besteht und nicht mal fundierte nachvollziehbare Realisierungskonzepte ansatzweise vorweisen kann und dies auch noch Anhänger findet, dann "Gute Nacht Deutschland".

    Fangen Sie mal an, dass Konzept und dessen Umsetzbarkeit zu hinterfragen, anstatt immer wieder auf die erforderliche Alternative zu verweisen. Vielleicht erweist sich dann "Ihre Alternative" als großer Etikettenschwindel mit viel heisser Luft.

    Die AfD ist mit Sicherheit keine Alternative für Deutschland. Im Gegenteil - für 90% der Bundesbürger wird die AfD große finanzielle Belastungen und soziale Kälte mit sich bringen. Wir brauchen keine zweite Lobby-FDP namens AfD.

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