Commerzbank
Niedrige Hürde für die Frauenquote

Großunternehmen müssen festlegen, wie viele Frauen sie in Führungspositionen bringen wollen. Die Commerzbank hat sich für 2017 ein Ziel gesetzt, das sie schon seit 2014 erfüllt: 8,6 Prozent in der ersten Führungsebene.
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FrankfurtCommerzbank-Chef Martin Blessing kann recht allergisch auf alles reagieren, was nach Bevormundung durch den Staat riecht. Und so erklärt sich vielleicht auch, wie Deutschlands zweitgrößte Bank mit der seit diesem Jahr gesetzlich vorgeschriebenen Frauenquote umgeht.

In diesem Jahr ist ein Gesetz in Kraft getreten, das große Unternehmen dazu verpflichtet, sich zunächst für 2017 und danach alle paar Jahre eine Frauenquote zum Ziel zu setzen. Die Commerzbank hat ihre Ziele nun in einem intern verbreiteten Interview mit Organisationsvorstand Frank Annuscheit die Ziele der Bank genannt.

„Mittelfristig haben wir eine Zielquote von 8,6 Prozent für die erste Führungsebene und 14,6 Prozent für die zweite Führungsebene festgelegt“, sagte Annuscheit in dem Interview, das dem Handelsblatt vorliegt und über das die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zuerst berichtet hatte. Das ist genau die Quote, die die Commerzbank Ende 2014 schon erreicht hatte.

Weniger Ehrgeiz wäre auch nicht erlaubt gewesen: Das Gesetz zur Frauenquote gestattet den betroffenen Unternehmen zwar, sich eine Frauenquote nach Wahl vorzunehmen – doch solange weniger als 30 Prozent der Führungsposten einer Ebene mit Frauen besetzt sind, darf diese selbstgewählte Quote nicht unter dem Status Quo liegen. Annuscheit verteidigt diese bescheidene Zielmarke: „Wir haben uns bewusst für diese Quote entschieden, um die gesetzlichen Regelungen zu erfüllen und gleichzeitig unsere unternehmerische Freiheit zu wahren“, sagt er im Interview.

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In der obersten Führungsetage sitzt noch keine Frau

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