Commerzbank-Studie
Der Mittelstand entdeckt das Online-Banking

Deutschland hinkt beim Onlinebanking hinterher. Dabei sehen führende Banker große Potentiale für das mobile Geldgeschäft. Vor allem der Mittelstand regelt seine Finanzen immer häufiger im Netz, zeigt eine neue Studie.
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DüsseldorfDie Deutschen galten beim Onlinebanking schon immer als besonders skeptisch – zum einen sind die Sicherheitsbedenken hierzulande hoch, zum anderen gilt auch das Filialnetz als besonders gut ausgebaut. Während in skandinavischen Ländern nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom längst über 80 Prozent aller Kunden das Onlinebanking nutzen, kommen die Deutschen gerade einmal auf einen Anteil von 47 Prozent –  und liegen damit sogar hinter vergleichbaren Industriestaaten wie Frankreich oder Großbritannien.

Doch langsam scheint sich die Skepsis der Deutschen zu legen: Während noch im Jahr 2004 nur etwa jeder Vierte bereit war, seine Geldgeschäfte im Netz zu erledigen, ist es heute schon fast jeder zweite Deutsche. „Immer weniger Menschen kommen in die Filialen“, stellte Theodor Weimer, Chef der Hypovereinsbank, zuletzt auch auf dem Handelsblatt-Bankentag fest.

„Während die Industrie über die Digitalisierung 4.0 spricht, sind wir noch ganz am Anfang“, gestand der Hypovereinsbank-Chef. Auch sein Institut stellt eine Veränderung im Nutzungsverhalten fest. „Natürlich hat die Filiale ihre Berechtigung, aber sie wird sich deutlich ausdünnen.“ Eine Erkenntnis, die längst auch in anderen Geldhäusern angekommen ist.

Denn nicht nur das Bankingverhalten der Privatkunden hat sich verändert, auch kleine und mittelständische Unternehmen gehen häufiger ins Netz, das zeigt eine aktuelle Studie der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) und der Commerzbank. Rund 93 Prozent regeln ihren täglichen Zahlungsverkehr per Knopfdruck. Besonders bei kurzfristigen Anlagenformen steigt der Onlineanteil. Immerhin mehr als die Hälfte der 83 befragten Mittelständler, erledigen auch die Anlage von Tagesgeldern im Netz, bei Termingeldern sind es immerhin fast 40 Prozent.

„Dies unterstreicht den Trend zur integrierten Multikanalbank, in der einfache Geschäftsvorgänge online vorgenommen, komplexe Entscheidungen hingegen weiterhin durch eine fundierte Beratung unterstützt werden sollen“, sagt Martin Keller, Geschäftsbereichsleiter der Mittelstandsbank.

In Zeiten niedriger Verzinsung, sind die Unternehmen auch bereit, in Geldanlagen mit höherem Risiko und längerer Laufzeit zu investieren, damit die Verzinsung stimmt. „Mit dem erneut abgesenkten Zinsniveau durch die EZB entsteht der Wunsch nach höherer Rendite“, so Keller. Die befragten Unternehmen rechnen laut der Studie mit einer Mindestverzinsung von 2,83 Prozent.

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„Die Kunden brauchen Service, aber keine Filiale“

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