Commerzbank-Tochter: Eurohypo hübscht sich für Verkauf auf

Commerzbank-Tochter
Eurohypo hübscht sich für Verkauf auf

Der Sparkurs Eurohypo bringt schneller Ergebnisse als geplant. Seine Finanzierung will das Institut künftig konservativer gestalten. Besonders für die Commerzbank sind Erfolgsmeldungen wie diese wichtig, denn die Bank muss sich von ihrer Tochter bis Ende 2014 trennen.
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FRANKFURT. Die defizitäre Commerzbank-Tochter Eurohypo kommt mit ihrem Sparkurs schneller voran als geplant. Der Immobilien- und Staatsfinanzierer hatte 2009 angekündigt, seine Kostenbasis bis Ende 2011 um 110 Mio. Euro pro Jahr zu senken. "Nach Abschluss des geplanten Stellenabbaus werden wir aus heutiger Sicht sogar darüber liegen", sagte Eurohypo-Chef Frank Pörschke dem Handelsblatt. Bereits in diesem Jahr werde das Ziel fast erreicht. "Bis jetzt sind wir bereits zwei Drittel des Weges gegangen", so Pörschke. Außerdem werde die Restrukturierung weniger kosten als mit 150 Mio. Euro ursprünglich veranschlagt.

Für die Commerzbank sind Erfolgsmeldungen wie diese wichtig, denn die Bank muss sich von ihrer Tochter bis Ende 2014 trennen. Das gehört zu den Auflagen der Europäischen Kommission für die Staatshilfen der Commerzbank. Noch schreibt die Eurohypo rote Zahlen, hat für 2011 kürzlich jedoch wieder Gewinne in Aussicht gestellt.

Derzeit setzt die Eurohypo ihr Umbauprogramm "Fokus" um. Es sieht vor, das Immobilien- und Staatsfinanzierungsgeschäft massiv einzudampfen. Mittlerweile wurde sogar bekannt, dass die Staatsfinanzierungssparte 2011 ganz auf den Prüfstand gestellt wird. Das margenschwache, aber voluminöse Geschäftsfeld gilt als Hemmnis für den Verkauf. Auch ein Stellenabbau ist mit Fokus verknüpft: 390 der ursprünglich 1 150 Arbeitsplätze sollen wegfallen, 240 davon in Deutschland. "Wir haben bislang etwa 150 Stellen abgebaut, davon waren mit 80 bislang mehr Stellen im Ausland als im Inland betroffen", sagte Pörschke. Die übrigen Stellen sollten bis Ende 2011 wegfallen. Bis dahin soll es keine betriebsbedingte Kündigungen geben. Der Rückzug aus Teilen des Auslandsgeschäfts soll bis Ende 2011 abgeschlossen sein. "13 Auslandsstandorte sind bereits geschlossen, die übrigen werden dieses Jahr beziehungsweise 2011 erfolgen", sagte Pörschke.

Die Umsetzung der Sparpläne ist für einen Verkauf der Eurohypo nur die halbe Miete. Genauso wichtig ist die Kapitalmarktfähigkeit. Die Krise hat das Finanzierungsmodell spezialisierter Immobilien- und Staatsfinanzierer bedroht. Diese finanzieren sich fast nur am Kapitalmarkt, kaum über Kundeneinlagen. Doch während sich für Pfandbriefe - also mit Immobilien besicherte Bankanleihen - selbst in der Krise noch Käufer fanden, ließen sich normale Anleihen kaum platzieren.

Stärkerer Fokus auf Pfandbriefe

Daraus zieht auch die Eurohypo Konsequenzen und will ihre Refinanzierung konservativer gestalten. "Wir streben an, uns stärker als früher über besicherte Anleihen, also Pfandbriefe zu refinanzieren. Geschäftsfelder, mit denen das nicht geht, haben wir zurückgefahren", sagte Pörschke. So habe die Bank das Geschäft mit Unternehmenskrediten für Immobilienkunden, die nicht mit Immobilien besichert sind, gänzlich aufgegeben.

Von ihren Immobilienkunden verlangt die Eurohypo künftig einen höheren Eigenkapitalanteil in der Finanzierung. "Wenn der Kredit nur etwa 60 bis 70 Prozent des Marktwerts einer Immobilie darstellt, dann ist das Risiko für die Bank beherrschbar", so Pörschke. Dazu gehöre, dass die Eurohypo sich nicht an den Volumina orientiere und in Boomzeiten auch mal auf Geschäft verzichte. "Die Renditen wachsen dabei natürlich nicht in den Himmel, aber die Kapitalmärkte werden das langfristig honorieren", sagte er. Daher hält Pörschke unabhängige Spezialbanken für überlebensfähig.

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