Commerzbank-Tochter
Eurohypo muss Stellen abbauen

Der Eurohypo droht im Rahmen ihrer Abwicklung ein umfangreicher Stellenabbau. Am Freitag will die EU-Kommission Details über die Auflagen der Commerzbank-Tochter veröffentlichen.
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FrankfurtDer Commerzbank-Tochter Eurohypo droht im Zuge ihrer Abwicklung ein umfangreicher Stellenabbau. Nach Angaben aus Finanzkreisen sollen mehr als 300 der knapp 1200 Stellen des Immobilien- und Staatsfinanzierers gestrichen werden. Die genaue Zahl stünde aber noch nicht fest. Zum einen seien organisatorische Details über die Integration noch nicht geklärt, zum anderen muss die Bank noch mit den Arbeitnehmervertretern verhandeln.

Hintergrund für den Arbeitsplatzabbau sind die Verhandlungen zwischen der Commerzbank und der EU-Wettbewerbsbehörde: Eigentlich hätte die Commerzbank die Eurohypo bis Ende 2014 verkaufen müssen. Weil dies unmöglich erscheint, wird der Bank diese Auflage nun erlassen. Dafür stellen die EU-Wettbewerbshüter neue Bedingungen. Danach darf die Commerzbank die Eurohypo nun zwar integrieren, doch den größten Teil des Geschäfts muss sie abwickeln. „Aus diesem Grund braucht man auch nicht mehr so viele Leute“, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person dem Handelsblatt.

Offiziell wird das Ende des Immobilien- und Staatsfinanzierers noch in dieser Woche besiegelt. Dann will der EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia Details über die neuen Auflagen vorstellen. „Wir haben eine abschließende Einigung, diese wird am Freitag angenommen“, sagte Almunia am Mittwoch in Brüssel. „Das ist ein sehr positiver Fakt“, ergänzte er.

Zu den Bereichen, die die Eurohypo vollständig abwickeln muss, zählt Verhandlungskreisen zufolge das komplette Staatsfinanzierungsportfolio der Bank. Auch große Teile des gewerblichen Immobilienkreditgeschäfts im Ausland muss die Bank abwickeln. Künftig wird die Eurohypo, oder ihre Reste, nur noch in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Polen aktiv sein.

Immerhin: Die EU erlaubt der Bank sogar wieder die Vergabe neuer Kredite. „Das Neugeschäft wird aber nur in einem begrenzten Umfang erlaubt sein“, hieß es in Finanzkreisen. Auch die Commerzbank muss sich neuen Auflagen unterwerfen: Ihre Bilanzsumme muss bis Ende 2014 von derzeit noch 662 Milliarden Euro auf 600 Milliarden Euro schrumpfen. Außerdem darf sie weitere zwei Jahre keine anderen Finanzinstitute kaufen.

Beide Auflagen gelten aber als verschmerzbar, da die Bank wegen strengerer Kapitalauflagen derzeit ohnehin eher ans Abbauen denn an Wachstum denkt. Andere wichtige Details werden allerdings auch am Freitag noch nicht feststehen. Dazu zählt die Frage, wie genau die Commerzbank die Integration der Eurohypo umsetzen wird.

Denkbar ist, dass die verbleibenden Mitarbeiter der Eurohypo in die Commerzbank geholt werden, möglich ist aber auch, dass das gesunde Geschäft der Eurohypo eine separate Einheit bleibt. Solche Details müssen in den kommenden Monaten erst noch ausgearbeitet werden, heißt es. Der Markenname Eurohypo soll nach dem Willen der EU aber auf jeden Fall verschwinden.

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