Commerzbank und DZ Bank Banken müssen Bonus-Regeln verschärfen

Die Commerzbank und die DZ Bank müssen ihre Bonus-Regeln ändern. Denn wenn die Bank keinen Gewinn macht, darf sie auch keine variablen Boni auszahlen.
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Weniger Boni bei der Commerzbank: Das Institut muss ihr Bonus-System verschärfen. Quelle: dpa

Weniger Boni bei der Commerzbank: Das Institut muss ihr Bonus-System verschärfen.

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FrankfurtDie Commerzbank und die DZ Bank müssen ihre geltenden Bonus-Regeln verschärfen. Die variablen Vergütungen für außertariflich bezahlte Mitarbeiter müssen in Verlustjahren komplett gestrichen werden können, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Das ist bislang nicht der Fall. Bei der Commerzbank werden 60 Prozent der Boni nach individuellen Leistungskriterien verteilt, unabhängig vom Gewinn der Bank.

Hintergrund für den Änderungsbedarf ist Paragraf 7 der Institutsvergütungsverordnung, die im Januar in Kraft getreten ist. Die Finanzaufsicht Bafin interpretiert diesen Paragrafen so, „dass bei einem negativen Gesamterfolg des Instituts überhaupt keine Mittel für eine variable Vergütung bereitgestellt werden dürfen, etwa wenn dies die Eigenmittel- oder Liquiditätsausstattung des Instituts gefährdet“. Das teilte die Bafin dem Handelsblatt auf Anfrage mit. Dieser Bonus-Vorbehalt gilt auch für erfolgsbezogene Boni, selbst wenn Mitarbeiter die vereinbarten Leistungen erbracht haben.

Laut Bafin hat die Frage, ob und wie viel Geld eine Bank in den Bonuspool packt, erst einmal nicht mit den Erfolgen einzelner Mitarbeiter zu tun. „Das sind schlicht zwei unterschiedliche Handlungsstränge“, so die Bafin.

Commerzbank und DZ Bank werden nun Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern suchen, ist aus Finanzkreisen zu hören. Ein Termin steht noch nicht fest. Die Bonusregeln der Deutschen Bank sind nach Angaben des Instituts bereits auf die neuen Regeln ausgelegt. Nach Ansicht von Mark Roach von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gibt es aber bei vielen Banken noch Handlungsbedarf wegen der Institutsvergütungsverordnung.

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6 Kommentare zu "Commerzbank und DZ Bank: Banken müssen Bonus-Regeln verschärfen"

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  • @spielverderber
    Denken Sie einmal die Konsequenzen des Imparitätsprinzips und seinen Einfluss auf die Regelungen durch. Dann bekommen Sie in der Tat das "Kotzen" über die Kompetenz, die auf der Gegenseite offensichtlich aufgebaut ist.

    Auf Seiten der BaFin, kann nichts Brauchbares in Lohn und Brot stehen - offensichtlich alles Juristen, die dort das Sagen haben. Zum ...

  • Das klingt sehr kompliziert. Um das zu verstehen muss man wahrscheinlich unter Gleichen sein. Das Problem betriebswirtschaftlich anzugehen, ist gewiss ein nicht zielführender Ansatz.

    Was erwarten Sie? Bis heute ist in den Aufsichtsbehörden nicht durchgedrungen, dass z.B. griechische Staatsanleihen ein enormes Ausfallrisiko beinhalten und eine Bank "hops gehen" kann.

    Für diese Erkenntnis braucht man keinen Stresstest, man braucht nur etwas guten Willen etwas Vernünftiges auf die Beine zu stellen. Die Aufsichtsbehörden sollten selbst einem Stresstest unterzogen und festgestellt werden, wie die ticken.

    Sind wir ehrlich. Die Banken sind ja noch Gold gegen die Versicherungen. Der Nachteil der Banken liegt einzig in ihrer "Transparenz". Während sie für jede Kontobewegung einen Kontoauszug erstellen, lässt es die Versicherungsbranche den Kunden bis zur Fälligkeit "im Dunkeln" stehen. Bei der auszahlung nimmt sie dann noch zu allem Überdruss das weg, was ihr für die Zukunft nützlich erscheint. Das geschieht alles unter der Präsidentin Elke König, ehemals Führungskraft in einer Versicherung.

  • Der Bafin laufen doch zur Zeit reihenweise die Leute weg. Erstens weil in der freien Wirtschaft besser bezahlt wird (die Banken brauchen ja gute Leute, die den Mist, den die Aufsicht zur Zeit verbockt, umsetzen müssen) und zweitens weil die EZB auch Mitarbeiter sucht und diese von den regionalen Aufsichtsbehörden abwirbt. Durch Steuerfreiheit in Brüssel ist das Gehalt gleich doppelt interessant.

    Wie sehr die Aufsicht zur Zeit überfordert ist zeigt das neue Meldewesen nach Capital Requirement Regulation. Seit Jahren wird darüber diskutiert und die Aufsicht hat es bis heute (der erste Meldestichtag war der 31. März 2014) nicht geschafft die genauen Kriterien und Bedingungen im Detail zu deklarieren. Die Banken wissen nicht was sie genau melden sollen, die Bundesbank und die Bafin wissen nicht genau, wie sie mit dem gemeldeten Datenmüll umgehen sollen und leiten weiter an die EZB und die EZB leitet die Meldungen durch an das European Systemic Risk Board, die im stillen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit arbeiten. Da kann einem schon das ganz große Ko...n kommen.

  • Während Geld in der Tat kein Motivator ist, muss die Vergütung schlichweg "stimmen" (Basis-Seminar für Führungskräfte erster Tag). Das Gehalt ist also in erster Linie eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit: Des Unternehmens und der Mitarbeiter, sowohl im Vergleich mit anderen Unternehmen, als auch deren Mitarbeitern. Und da kann ich nur sagen: Wenn die Wettbewerbsfähigkeit nicht mehr gegeben ist, werden die Mitarbeiter abwandern und dann "Gute Nacht" Bank. Aber bei der Bafin gibt es ja vielleicht noch gute Jobs, nicht so gut bezahlt, aber sicher und risikolos.

  • @Mazi, da haben Sie ganz Recht. In den Jahren ab Ende der 90er war das Thema variable oder auch leistungsabhängige Vergütung ganz modern. Diesem Trend steht der Gedanke vor, man könnte Menschen durch Ziele und monetäre Belohnung motivieren. Das dem nicht so ist, sollte sich mittlerweile überall herumgesprochen haben. Das perverse ist jedoch, dass die variablen Vergütungen nach und nach feste Vergütungen abgelöst haben. Mitarbeiter im Vertrieb und Händler sind zu großen Teilen Abhängig von den variablen Bestandteilen. Streicht man diesen jetzt die variablen Anteile, kann dies nur zur Folge haben, dass die variablen Anteile wieder durch fixe Anteile ersetzt werden. Ihr Beispiel zeigt sehr schön, dass einzelne Mitarbeiter keinen Einfluss auf den Gewinn eines ganzen Instituts haben können. Im Umkehrschluss aber das variable Gehalt abhängig vom Institutsgewinn sein soll. Sicherlich kann ein einzelner Mitarbeiter seine gesteckten Ziele zu 100% erreicht haben, aber die Bank trotzdem Verluste machen. Ist es dann fair diesem Mitarbeiter sein Gehalt nicht zu zahlen? Sinnvoll hingegen wäre eine Bindung der variablen Vergütungsbestandteile an eine Langfristkomponente bei Geschäftsführern/Vorständen einer Bank. Die Steigerung der Bilanzsumme oder der Jahresgewinn (bilanziell) sagen für sich alleine bei Ausblendung vorheriger und nachfolgender Perioden nichts über den Erfolg eines Institutes aus.

    MfG
    der Spielverderber

  • ... ist eigentlich für jeden normal denkenden Menschen selbstverständlich.

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