Computer-Sicherheit
Der Cyber-Raub von Bangladesch und die Folgen

Der Diebstahl von 81 Millionen Dollar hat auch die Glaubwürdigkeit des internationales Zahlungsabwicklers Swift beschädigt. Der Chef der Organisation lässt durchblicken, dass es Veränderungen für die Banken geben wird.

DüsseldorfDie Aufarbeitung des spektakulären Cyber-Angriffs auf die Zentralbank in Bangladesch wird einige Jahre dauern. Diese Ansicht vertritt Gottfried Leibbrandt, CEO von Swift. Die in Belgien ansässige Organisation wickelt den gesicherten Nachrichten- und Zahlungsverkehr zwischen knapp 11.000 Banken, Brokerhäusern, Börsen und anderen Finanzinstituten in etwa 210 Ländern ab.

„Wir glauben nicht, dass alles über Nacht aufgearbeitet sein wird”, sagte Leibbrandt der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg. Derzeit schaue man nach schnellen Erfolgen, um kurzfristig einige Dinge verbessern zu können. Die komplette Lösung des Problems werde aber eher eine Sache von Jahren sein. Es ist eines der ersten Interviews mit dem Swift-Chef, seitdem die Krise die kleine Organisation in den Mittelpunkt der Ermittlungen in einen größten Cyber-Angriffe der Geschichte gerückt hat.

Hacker haben über das Swift-System im vergangenen Februar 81 Millionen Dollar von der Zentralbank in Bangladesch gestohlen. Dass der Schaden nicht größer ausfiel, lag nur an einem Tippfehler in einem Überweisungsformular, der eine Bank hellhörig werden ließ. Ermittler haben seitdem Lücken in zwölf weiteren Banken gefunden.

Die Rolle von Swift im Zahlungsverkehr basiert auf Vertrauen in dessen Netzwerk. Falls jemand eine Nachricht von der Swift-Gesellschaft erhält, braucht er nicht an der Legitimität zweifeln und darf das Geld wie angegeben überweisen. Dieses Vertrauen begründet die Dominanz des internationalen Zahlungssystems seit der Gründung vor vier Jahrzehnten.

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