Credit Suisse
Aktionäre winken Kapitalerhöhung durch

Rund 95 Prozent der Credit-Suisse-Aktionäre haben für eine Kapitalerhöhung gestimmt – die Bank soll weiter wachsen. Es sieht so aus, als hätte der neue Konzernchef Tidjane Thiam den Vertrauenstest bestanden.

BernDie Credit Suisse -Aktionäre stellen sich hinter den neuen Konzernchef Tidjane Thiam und seine Pläne zur Stärkung der Bilanz. Auf einer außerordentlichen Generalversammlung sprachen sich die Eigner am Donnerstag mit großer Mehrheit für eine Kapitalerhöhung im Volumen von rund sechs Milliarden Franken aus. Rund 95 Prozent der Aktionäre stimmten für zwei Transaktionen, mit denen der ehemaligen Versicherungsmanager das nach der UBS zweitgrößte Schweizer Kreditinstitut wetterfester machen und den Umbau hin zu einem stärker auf die Vermögensverwaltung ausgerichteten Unternehmen finanzieren will.

„Unsere Kapitalausstattung hat uns immer wieder dabei eingeschränkt, profitable Wachstumschancen im Markt zu nutzen”, erklärte Thiam. „Seit meinem Amtsantritt musste ich von unseren Teams in Asien und auch in anderen Regionen mehr als einmal hören, dass unsere Kapitalausstattung uns daran gehindert hat, attraktive Geschäftsmöglichkeiten wahrzunehmen.” Wie bereits als Chef des britischen Versicherers Prudential setzt der Ivorer auf den Ausbau des Geschäft in Asien, wo immer mehr Unternehmer zu Millionären werden. Während Credit Suisse in Südostasien bereits über eine starke Position verfügt, will Thiam in den kommenden drei Jahren auch in China, Japan, Korea und Indien Plätze gutmachen. Ausbauen will er auch in Osteuropa, dem Nahen Osten, in Afrika und Brasilien. „Um in diesen Märkten Erfolg zu haben, muss unsere Bank die bevorzugte Bank für erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer der ersten Generation sein.”

Credit Suisse steht mit ihrem Kapitalhunger nicht alleine da. Die britische Bank Standard Chartered will 5,1 Milliarden Dollar bei Anlegern einsammeln. Die Die Experten der Unternehmensberatung Zeb schätzen, dass große europäische Geldhäuser bis 2019 einen zusätzlichen Kapitalbedarf von insgesamt rund 230 Milliarden Euro haben. Die Deutsche Bank will eine bei den Aktionären unpopuläre Kapitalerhöhung dagegen auf jeden Fall vermeiden. Die größte Schweizer Bank UBS gehört bereits zu den weltweit bestkapitalisierten Instituten.

Mit der milliardenschweren Kapitalerhöhung bricht Thiam mit der Strategie seines Vorgängers Brady Dougan, der es immer vermeiden wollte, die Aktionäre anzuzapfen. Auch in symbolischen Fragen setzte sich Thiam von Dougan ab. Dem Amerikaner wurde von Schweizer Kleinaktionären immer wieder vorgehalten, dass er auch nach acht Jahren an der Spitze der Bank kaum Deutsch spreche. Auf der außerordentlichen Generalversammlung begrüßte Thiam die Aktionäre auf Deutsch und wechselte dann in seine Muttersprache Französisch. Beides sind Landessprachen in der Schweiz.

Thiam will aber nicht nur mehr Mittel und Wachstum, sondern hat auch ein milliardenschweres Sparprogramm anschieben, das Tausende von Stellen kosten dürfte. Zudem will er das riskante Investmentbanking zurückfahren. „Die Umsetzung der im Oktober eingeleiteten Redimensionierung dürften wir Ende des laufenden Jahres abgeschlossen haben.”

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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