Credit-Suisse-Chef Dougan
„In meinem Leben gab es nie negative Zinsen“

Nach acht Jahren an der Spitze der Schweizer Großbank Credit Suisse verlässt Brady Dougan das Unternehmen. Im Handelsblatt-Interview warnt er vor gewaltigen Folgen für die Märkte, sobald die Zinsen anziehen.
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FrankfurtBrady Dougan, der scheidende Chef der Schweizer Großbank Credit Suisse, warnt davor, dass aktuelle Zinsumfeld als neue Normalität anzusehen. „Was mir am meisten Sorgen bereitet, ist das ungewöhnliche Umfeld, in dem wir leben“, sagte Dougan dem Handelsblatt. „Negative Zinsen hat es während meiner Lebensspanne noch nie gegeben, und doch scheinen viele Akteure an den Märkten das schon beinahe für normal zu halten. Ich fürchte allerdings, dass wir schneller höhere Zinsen und damit größere Auswirkungen auf den Markt sehen werden als viele erwarten.“ (Digitalpass-Kunden lesen hier das komplette Interview)

Erste Anzeichen für eine Zinswende sind derzeit bereits an den Märkten zu sehen. In den vergangenen Tagen sind die Renditen von Bundesanleihen wieder merklich gestiegen, die Kurse entsprechend gefallen.

Dougan warnte ferner davor, die Regulierungsschraube nicht zu weit anzuziehen. „Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem man genug getan hat, und ich denke, wir nähern uns jetzt diesem Punkt“, so Dougan. „Die Frage ist, wie viel Sicherheit wollen wir in das System einbauen, und welchen Preis sind wir bereit dafür zu bezahlen.“

Brady Dougan hat die Credit Suisse seit 2007 geleitet. Er gibt sein Amt Ende des Monats an Tidjane Thiam ab, den Ex-Chef des britischen Versicherers Prudential.

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