Credit-Suisse-Chef
Tidjane Thiam will keine weitere Kapitalerhöhung

Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam rechnet nicht mit der Notwendigkeit einer weiteren Kapitalerhöhung. Als Reformner im Chefsessel verfolgt er weiter den Umbau des Instituts – und ist unzufrieden mit dem Aktienkurs.

ZürichDie Credit Suisse benötigt nach Einschätzung von Bankchef Tidjane Thiam keine weitere Kapitalerhöhung. „Ich bin ein vorsichtiger Mann, daher würde ich nie etwas sagen wie: 'Wir müssen unser Kapital nicht erhöhen'“, erklärte Thiam in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der Agentur Bloomberg. „Unter diesem Vorbehalt würde ich sagen, in den meisten vorhersehbaren Szenarien müssen wir unser Kapital nicht erhöhen.“

Thiam hatte den Chefsessel bei der zweitgrößten Schweizer Bank vor gut einem Jahr übernommen. Er leitete einen Umbau ein – das kapitalintensive Investmentbanking wird verkleinert, das Vermögensverwaltungsgeschäft ausgebaut. Dabei fallen 6000 Stellen weg.

An seiner Strategie wolle er festhalten und auch künftig den Fokus auf Kostensenkungen legen, sagte Thiam. „Am Ende des Tages wird ein Unternehmen anhand seines Wachstums beurteilt. Die einzige Antwort ist, Kosten zu senken. Das wird zur einzigen Möglichkeit, die Ergebnisse zu steigern, wenn die Einnahmen nie wachsen.“ Er glaube daran, dass jede Organisation ihre Produktivität um zwei bis drei Prozent pro Jahr steigern sollte.

Größere Übernahmen in der Bankenbranche erwartet der Konzernchef nicht. „Ich denke, das wäre in diesem neuen Umfeld sehr schwierig. Eine der Schlagzeilen in den Medien bleibt: Too big to fail. Wenn man zwei Institute zusammenführt, schafft man per Definition ein größeres Institut.“ Credit Suisse habe auch ohne Zukäufe viele Wachstumsmöglichkeiten.

Mit dem Aktienkurs sei er nicht zufrieden. „Wir haben viel damit zu tun, den Markt zu überzeugen, dass wir ein neues Modell haben. Ich glaube, es ist das richtige Modell, aber wir müssen Erfolge vorweisen.“ In den vergangenen zwölf Monaten hat die Credit-Suisse-Aktie mehr als die Hälfte an Wert verloren und war auf ein neues Tief von unter zehn Franken abgestürzt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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