Credit Suisse
Fahnder verlangen Auskunft wegen Fifa-Überweisungen

Schweizer Justizbehörden wollen von der Credit Suisse wissen, ob sie unlautere Transaktionen von Fifa-Funktionären zugelassen hat. Die Reaktion der Großbank: Sie stellt sich auf die Seite der Behörden.

ZürichEs ist nur ein Absatz auf Seite 165 im aktuellen Finanzbericht der Credit Suisse. Doch der sorgt für Aufregung: Im Kapitel „offene Rechtsfälle“ teilt die Großbank darin mit, dass die Schweizer „Auskunftsgesuche“ von der Schweizer Bundesanwaltschaft und der US-Justiz im Zusammenhang mit den laufenden Fifa-Ermittlungen erhalten hat.

„Die Behörden der USA und der Schweiz untersuchen, ob einige Finanzinstitutionen, darüber Credit Suisse, erlaubt haben, verdächtige oder unlautere Transaktionen zu tätigen“, heißt es weiter. Sprich: Ob die zweitgrößte Bank die geltenden Geldwäsche-Regeln befolgt hat mit Blick auf die politisch heiklen Fifa-Funktionäre. Credit Suisse würde mit den Behörden kooperieren, heißt es im Finanzbericht.

„Credit Suisse hat Anfragen von diesen Behörden erhalten mit Blick auf die Kundenbeziehungen mit bestimmten Individuen und Rechtseinheiten, die in Verbindung mit der Fifa stehen“, so die Bank. Die Informationsgesuche würden sich dabei nicht auf die Personen und Transaktionen beschränken welche die US-Justiz in ihrer Klage-Schrift gegen Sport-Vermarkter und Fifa-Funktionäre vom 20. Mai nannte.

In der Klage-Schrift waren unter anderem Transaktionen genannt, die über die Schweizer Privatbank Julius Bär gelaufen waren. Die Bank hatte daraufhin interne Abklärungen zu den Vorgängen eingeleitet. Die Bank wollte diese laufende Ermittlung auf Anfrage nicht weiter kommentieren.

Schweizer Finanzkreise verweisen darauf, dass alle großen Banken solche Informationsanfragen mit Blick auf die Fifa bekommen hätten. Die Nennung des Vorgangs im Geschäftsbericht würde nicht bedeuten, dass Credit Suisse nun in das Visier der Fahnder geraten würden. Bank-intern gäbe es wegen dieser Informationsanfragen der Behörden auch keine ausgeprägte Nervosität, hieß es in den Kreisen weiter. Credit Suisse wollte die Vorgänge nicht weiter kommentieren und verwies auf den Inhalt des Finanzberichts.

Im Juni hatte der Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber die Kooperation der Banken gelobt. Neben den bereits bekannten 104 Kundenbeziehungen hätten Banken 53 Verdachtsmeldungen auf Geldwäsche den Behörden eingereicht.

Im Mai 2015 hatte die US-Justiz vor dem Kongress der Fifa in einer spektakulären Aktion Fußballfunktionäre verhaften lassen. Sie werden verdächtig, Schmiergelder für die Vergabe von TV-Rechten für Fußballturniere auf dem amerikanischen Kontinent genommen zu haben.

Parallel ermittelt die Schweizer Bundesanwaltschaft unter anderem, ob bei der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 in Russland und 2022 in Kater Schmiergelder im Spiel waren. Lauber erklärte jüngst im Schweizer Rundfunk, dass der Fall Jahre in Anspruch nehmen dürfte. Wenn in fünf Jahren erste Anklagen erhoben werden könnten, sei dies bereits ein Erfolg.

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