Credit Suisse
Neue Strategie kommt im Oktober

Credit Suisse will deutlich früher als geplant seine Pläne für eine Neuausrichtung präsentieren und sich offenbar aus wenig rentablen Bereichen zurückziehen. Auch bei der Deutschen Bank steht eine neue Strategie an.

ZürichDer neue Chef von Credit Suisse drückt aufs Tempo: Schon am 21. Oktober will Tidjane Thiam seine mit Spannung erwartete Strategie für die Schweizer Großbank präsentieren. „Die Strategie-Kommunikation beinhaltet Ausführungen zu den Geschäftsplänen und der Organisation sowie zu den Ergebnissen des dritten Quartals 2015 der Credit Suisse“, teilte das Institut am Donnerstag mit.

Thiam hatte bisher bis Ende des Jahres eine neue Strategie in Aussicht gestellt, die Quartalszahlen standen am 5. November auf dem Programm. Doch nun soll alles schneller gehen. Die Analysten von JP Morgan erklärten, die Mitteilung habe die Anleger daran erinnert, dass die Bank vor einer großen Restrukturierung stehe. An der Schweizer Börse legten die Credit-Suisse-Aktien knapp ein Prozent zu und ließen andere europäischen Banken hinter sich.

Thiam hat bislang erst grob angedeutet, wohin die Reise gehen könnte. Der frühere Versicherungsmanager will sich aus Bereichen zurückziehen, die viel Kapital verschlingen und wenig Ertrag abwerfen. Zudem will er die zweitgrößte Schweizer Bank stärker auf das Asien-Geschäft ausrichten.

Viele Anleger hoffen, dass die Credit Suisse ähnlich wie der Rivale UBS das risikoreichere Investmentbanking kräftig stutzt. Kürzlich hatte die Zeitung „Schweiz am Sonntag“ unter Berufung auf Insider berichtet, dass das sogenannte Prime-Brokerage-Geschäft massiv verkleinert werden soll.

Dabei handelt es sich um Dienstleistungen für Großanleger wie Hedgefonds, die von der Bank unter anderem Kredite erhalten, um im großen Stil riskante Wetten auf den Finanzmärkten einzugehen. Ebenfalls zurückgefahren werden solle das Geschäft mit festverzinslichen Finanzanlagen. Zudem sollen die Private-Banking-Aktivitäten in den USA verkauft werden. Credit Suisse plane auch eine Kapitalerhöhung. Die Bank lehnte eine Stellungnahme ab.

Auch die Deutsche Bank steht vor einer Weichenstellung. Der neue Vorstandschef John Cryan will bis Ende Oktober Details zur Strategie des größten deutschen Geldhauses bekannt geben. Investoren rechnen mit einer Entscheidung spätestens am 28. Oktober, wenn Cryan die Zahlen für das dritte Quartal präsentiert.

Insidern zufolge sollen von den fast 100.000 Mitarbeitern der Deutschen Bank in den nächsten Jahren noch maximal 75.000 übrig bleiben. Das Institut wolle sich zudem aus mehreren Ländern zurückziehen und sich auf das Geschäft in Europa, den USA und Asien beschränken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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