Credit Suisse
Thiam verdient weniger als sein Vorgänger

Der neue Chef der Credit Suisse, Tidjane Thiam, hat der Bank einen harten Sparkurs verordnet. Auch er selbst muss sich mit einer etwas niedrigeren Vergütung als sein Vorgänger zufrieden geben.

ZürichNichts ist so emotional aufgeladen, wie die Bezahlung von Spitzenbanker. Das weiß auch Tidjane Thiam, der seit Juli 2015 die Credit Suisse leitet und der Bank einen harten Sparkurs verordnet hat. Nun liegen die Zahlen auf den Tisch.

Thiam hat im vergangenen Jahr ein Grundgehalt von 1,71 Millionen Franken bekommen sowie einen Bonus von 2,86 Millionen, teilte die Credit Suisse im Geschäftsbericht mit. Insgesamt verdiente Thiam damit in sechs Monaten 4,57 Millionen Franken. Auf das Jahr hochgerechnet ergibt das eine hypothetische Vergütung von 9,14 Millionen Franken. Sein Vorgänger Brady Dougan hatte zuletzt 9,7 Millionen Franken erhalten.

Thiam hatte zuvor angekündigt, dass aufgrund des massiven Verlustes der Bank sein Bonus um 40 Prozent geringer ausfallen solle. 2015 schloss die zweitgrößte Schweizer Bank mit einem Verlust von 2,9 Milliarden Franken ab, weil Thiam Teile des Investmentbankings abwickeln will und daher eine Abschreibung auf die im Jahr 2000 gekaufte US-Investmentbank DLJ vorgenommen hatte. Mittwoch hatte Thiam einen verschärften Sparkurs angekündigt, die Kosten sollen nun um drei Milliarden Franken bis 2018 sinken.

Trotz der Probleme verdient der neue CEO nur etwas weniger als der alte. Größer fällt Thiams Gehaltsknick aus, vergleicht man seine neue Bezahlung mit jener seines alten Arbeitgebers, dem Versicherer Prudential. Dort erhielt er zuletzt eine Vergütung von insgesamt umgerechnet 16,5 Millionen Franken.

Ein Trost für Thiam: Wie in der Branche üblich, übernimmt Credit Suisse die aufgeschobenen Boni-Anteile von Prudential. Dieses Bonuspaket hat laut Geschäftsbericht einen Wert von 14,3 Millionen Franken.

Die 17 Geschäftsleitungsmitglieder der Credit Suisse erhielten zusammen 64,2 Millionen Franken, die Ersatzzahlungen für entgangene Boni beim Ex-Arbeitgeber für Thiam und ein weiteres Mitglied eingerechnet sind es 80,4 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte der Vorstand - damals aber noch 11-köpfig - 64,1 Millionen Franken erhalten.

Insgesamt stiegen für die Bank die Ausgaben für Vergütungen um ein Prozent auf 11,55 Milliarden Franken, obwohl die Boni um elf Prozent geringer ausfielen. Grund dafür ist laut Geschäftsbericht, dass die Fixgehälter angehoben worden sind.

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