Credit Suisse
US-Aufsicht knöpft sich Schweizer Großbank vor

Einem Medienbericht zufolge hat die Credit Suisse Ärger mit der Wertpapieraufsicht der USA. Es geht um Milliardenbeträge. Hat die Schweizer Bank im Jahr 2012 das Volumen in der Vermögensverwaltung aufgebläht?

Zürich/New YorkDie US-Wertpapieraufsicht (SEC) nimmt sich die Schweizer Bank Credit Suisse vor. Nach ihrem Vorwurf habe die Bank das Volumen ihrer Vermögensverwaltung unsauber bilanziert und damit Investoren getäuscht zu haben, schreibt die „Financial Times‧“ unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Quellen. Dabei ist offenbar noch unklar, in welcher Höhe die Bank Bußgelder zu befürchten hat. Die Bank selbst verweist in dem Zusammenhang auf Anfrage nur auf ihren letzten Geschäftsbericht, in dem sie vor bestehenden Rechtsrisiken gewarnt hat.

Das Verfahren knüpft an frühere Erhebungen eines Untersuchungsausschusses des US-Senats aus dem Jahr 2014 an. Die Schweizer Bank hatte in der Vergangenheit vor allem wegen der Beihilfe zur Steuerhinterziehung Ärger mit den amerikanischen Behörden. Im Frühjahr 2014 bekannte sich das Unternehmen deswegen sogar schuldig im strafrechtlichen Sinn und zahlte eine Strafe von 2,6 Milliarden Dollar.

Nun werfen die Behörden Credit Suisse vor, im Jahr 2012 Kundengelder nicht korrekt bilanziert zu haben. Die Milliarden eines einzelnen seien von „passiv aufbewahrt“ in „aktiv gemanagt“ umgebucht worden, um einen besseren Zustrom von Neugeldern ausweisen zu können. Aktiv gemanagtes Vermögen wirft in der Regel höhere Erträge für die Bank ab.

Credit Suisse hat allerdings die Vorwürfe zurückgewiesen und behauptet, die Gelder seien korrekt verbucht worden. Das hatte der damalige Bank-Chef Brady Dougan auch vor dem Senatsausschuss bekräftigt. Dennoch hat die Bank externe Berater mit einer Untersuchung der internen Prozesse beauftragt.

Das Problem bei dem Streit zwischen Bank und Behörden: Es gibt offenbar keine glasklaren Bestimmungen für die Buchung neuer Kundengelder. Die Schweizer Finanzaufsicht Finma merkt dazu in Rundschreiben aus dem Jahr 2008 nur an: „Jede Bank bestimmt, wie sie die Neugeld-Zuflüsse und -Abflüsse berechnet.“ Auch die US-Bilanzierungsregeln sind nicht sehr präzise. Der Senatsbericht listet aber bereits E-Mails von Bankmanagern auf, die darauf schließen lassen, dass Credit Suisse ihre Spielräume weidlich ausgenutzt hat. Und sie hatte offenbar Grund, den Zahlen nachzuhelfen.

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Die 4,3 Milliarden-Franken-Umbuchung

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