Cryan und die Infrastruktur: Keine Daten für die Aufsicht

Cryan und die Infrastruktur
Deutsche Bank kämpft mit ramponierter IT

Keine Daten für die Aufsicht

Wie die „FT“ berichtet, zeigte sich Cryan gegenüber Kollegen alarmiert darüber, was für ein Chaos in der IT herrsche, weil die Bank Händlerteams erlaubt habe, mit ihren eigenen inkompatiblen Plattformen zu arbeiten. Um Geschäfte auszuführen oder aufzuzeichnen, müssen die Systeme oft von Hand angeglichen werden. Kim Hammonds sagte gegenüber Kollegen, die IT-Systeme der Deutschen Bank würden nach dem „Trial-and-Error“-Prinzip funktionieren. Cryan will Hammonds als Chief Operating Officer in den Vorstand holen. Ihre Aufgabe wird die konsequente Erneuerung der Informationssysteme sein, gab die Bank vor zehn Tagen in einer Pressemitteilung bekannt.

Als Beispiel für die chaotischen Zustände beschreibt die Zeitung, dass das Geldhaus 100 verschiedene Buchungssysteme für Geschäfte in London habe und kein einheitliches System, um Kunden zu identifizieren. Die schlechte IT war der Grund dafür, dass die Bank nicht in der Lage war, Daten für die Aufsichtsbehörden aufzubereiten – was dazu führte, dass die Deutsche Bank beim US-Stresstest durchfiel. Auch als in der vergangenen Woche bekannt wurde, dass ein Mitarbeiter der Bank versehentlich sechs Milliarden Dollar an einen Hedge-Fonds überwiesen, weckte dies Zweifel an der Qualität der IT-Systeme.

Das Institut ist weltweit in zahlreiche Skandale verwickelt und auch deswegen für die Aufarbeitung auf funktionierende IT-Systeme angewiesen.

Mit Cryans Strategieplänen vertraute Personen sagten gegenüber der „FT“ außerdem, er sei der Meinung, Deutschlands größtes Geldhaus beschäftige zu viele Menschen, viele davon würden zu hoch bezahlt für schwache Leistung. Daneben sei die Bilanz seiner Meinung nach mit unökonomischen Zins-Swaps verstopft. Vor zwei Wochen wurde bereits bekannt, dass die Bank ein 250 Milliarden schweres Portfolio an Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps) verkaufen will.

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