Cum-Ex-Geschäfte und die Folgen

Wie Banken in die
Steuerkasse griffen

J. Safra Sarasin
Missglückter Gipfelsturm

Die Bank J. Safra Sarasin war ganz groß im Cum-Ex-Geschäft. Zu ihren Kunden gehörten Milliardäre wie Carsten Maschmeyer und Erwin Müller. Als die Sache aufflog, musste der Familienerbe Eric Sarasin die Bank verlassen.

Besonderen Kunden muss man besondere Angebote machen, diese Weisheit war im noblen Schweizer Geldhaus J. Safra Sarasin wohl bekannt. Seit 1841 war die Bank schon im Geschäft. Doch je reicher die Kunden waren, desto anspruchsvoller wurden sie auch. Und so musste die Bank einen Investor wie Carsten Maschmeyer mit einem Angebot locken, das dieser einfach nicht ausschlagen konnte: Null Risiko, zwölf Prozent Rendite.

Anfangs liefen die Cum-Ex-Deals auf Kosten der Steuerzahler wie am Schnürchen. Drei Fonds des Luxemburger Fondshauses Sheridan und ähnliche Produkte einer Münchner Firma hatte Sarasin im Vertrieb. Der „Sheridan Equity Arbitrage“-Fonds entwickelte sich allerdings zum Fiasko: Weil der Fiskus die Auszahlung von Kapitalertragsteuer an in die Deals eingebundene US-Pensionsfonds verweigerte, warten die meisten Anleger bis heute auf die Rückzahlung ihrer Einlage.

Die Aussichten, dass sich daran etwas ändern könnte, sind schlecht: Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt seit Ende 2014 wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung und des bandenmäßigen Betrugs.

gegen rund 30 Banker und Berater. Auch der für das Privatkundengeschäft zuständige Top-Banker Eric Sarasin gehörte zu den Beschuldigten. Das Verfahren gegen ihn wurde inzwischen gegen eine Geldauflage von 200.000 Euro eingestellt.

Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche
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