Dämpfer beim Gewinn
LBBW ächzt unter Griechenland-Abschreibungen

Die LBBW kann zwar unter dem Strich einen Gewinn verbuchen. Doch an die Dynamik vom Jahresanfang kann die größte deutsche Landesbank nicht anknüpfen. Grund sind die Abschreibungen aus dem Griechenland-Geschäft.
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StuttgartHohe Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen und der Verkauf von riskanten Wertpapieren haben bei der größten deutschen Landesbank den Gewinnzuwachs deutlich geschmälert. Die LBBW kehrte mit Rückenwind durch die Konjunktur zwar in der ersten Jahreshälfte mit einem Gewinn von 601 Millionen Euro wieder in die schwarzen Zahlen zurück. Das teilte das Institut am Donnerstag in Stuttgart mit.

Vor Jahresfrist hatte die LBBW noch ein Minus von 321 Millionen Euro eingefahren. Die Wertminderung bei Griechenland-Anleihen um 50 Prozent schlug jedoch mit rund 300 Millionen Euro negativ zu Buche, weitere 156 Millionen Euro kostete der Verkauf von Kreditersatzversicherungen und anderen Derivaten mit Griechenland-Bezug.

„Es hat sich als richtig erwiesen, dass wir durch die Reduzierung unseres Kreditersatzgeschäftes die Volatilität in unseren Büchern verringert haben“, zog LBBW-Chef Hans-Jörg Vetter Bilanz unter die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2011. „Das macht uns weniger anfällig für Spread-Ausweitungen als in der Vergangenheit.“ Die Kernkapitalquote sei per Ende Juni auf 13,3 Prozent von 11,4 Prozent zum Jahresende 2010 gestiegen.

Für das laufende Jahr bekräftigte Vetter trotz „eingetrübter Konjunkturaussichten“ das Ziel, sowohl nach dem Rechnungslegungsstandard IFRS als auch nach HGB schwarze Zahlen abzuliefern und damit die dreijährige Verlustphase zu beenden. Das Halbjahresergebnis lasse sich aber wegen zahlreicher Sondereffekte nicht auf das gesamte Jahr hochrechnen, sagte Vetter.

Milliardenschwere Bürgschaften

Vor einem Jahr hatte die Bank in der Halbjahresbilanz noch tief in den roten Zahlen gesteckt: minus 290 Millionen Euro fehlten unter dem Strich. In der Gesamtrechnung 2010 ergaben sich 347 Millionen Euro Verlust. Und das war schon eine Verbesserung: Die Fehlbeträge hatten 2009 bei knapp 1,5 und 2008 bei rund 2,1 Milliarden Euro gelegen.

Nach dem Absturz in die Verlustzone war die LBBW von den Eignern - Land, Sparkassen und Stadt Stuttgart - mit milliardenschweren Bürgschaften über Wasser gehalten worden. Die EU-Kommission erlaubte diese Hilfen nur unter strengen Auflagen, wozu der Ausstieg aus Geschäftsbereichen und auch das Streichen von Arbeitsplätzen zählten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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