Dank Sparprogramm
HSBC mit Gewinnsprung im dritten Quartal

Europas größte Bank erfreut die Märkte: Die britische HSBC legte am Montag starke Quartalszahlen vor. Der Vorsteuergewinn stieg um satte zehn Prozent an. Allerdings bleibt das Investmentbanking eine Schwachstelle.
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LondonEuropas größte Bank HSBC hat ihren Gewinn im dritten Quartal 2013 deutlich gesteigert. Vor Steuern und bereinigt um Sondereffekte seien mit 5,1 Milliarden Dollar zehn Prozent mehr verdient worden, teilte das britische Geldhaus am Montag mit. HSBC profitierte dabei von Kostensenkungen, die Schwächen im Investmentbanking ausglichen. Die Einnahmen stiegen auf 15,07 Milliarden Dollar, nachdem es im Jahr zuvor nur 14,56 Milliarden waren. Nach eigenen Angaben hat die Bank damit die Sparziele, die bis Ende 2013 angesetzt waren, bereits deutlich übertroffen.

CEO Stuart Gulliver betonte, dass die beiden Heimatmärkte Großbritannien und Hongkong mehr als die Hälfte zum Gesamtergebnis des Instituts beigetragen hätten. Neben den erfolgreichen Sparmaßnahmen sei auch die Restrukturierung des US-Geschäfts gut vorangekommen. Der Konzern bekräftige die Wachstumsziele für 2013 (zwei Prozent) und 2014 (2,6 Prozent).

Gulliver zeigte sich optimistisch, dass der wiedererstarkte Immobilienmarkt in Nordamerika die angestrebte Reduzierung des US-Hypothekenportfolios beschleunigt. Die Eigenkapitalquote konnte auf 13,3 Prozent angehoben werden. Analysten hatten mit einem etwas höheren Ergebnis gerechnet. An der Börse wurden die Zahlen dennoch positiv aufgenommen. Die Aktie der britischen Großbank stieg nach Vorlage der Zahlen in London um satte zwei Prozent. HSBC-Chef Gulliver setzt weiter auf organisches Wachstum. So will er den Aktionären eine attraktive Dividende zahlen. „Wir haben gute Gründe für Optimismus und können Zeichen einer weiter reichenden Erholung erkennen“, erklärte er.

HSBC teilte zudem mit, im Skandal um die mutmaßliche Manipulation des Devisenmarktes mit den Ermittlungsbehörden zu kooperieren. Die Untersuchungen seien aber noch in einer frühen Phase. Ähnlich hatten sich zuletzt zahlreiche andere Banken geäußert. HSBC wurde vergangenes Jahr wegen Geldwäsche zu einer Rekordstrafe von 1,9 Milliarden Dollar verdonnert.

Im Zentrum der jüngsten Devisen-Ermittlungen stehen die britische Barclays, die Schweizer UBS sowie die Deutsche Bank. Auch das Währungsgeschäft der US-Banken JPMorgan Chase und Citigroup wird von mehreren Behörden genauer unter die Lupe genommen.

Der Devisenhandel ist der größte Markt im Finanzsystem: Pro Tag werden Währungen im Wert von mehr als fünf Billionen Dollar gehandelt. Dennoch gilt das Segment als am wenigsten reguliert. Seit dem Sommer gibt es Berichte über Tricksereien der Banken bei der Festlegung von Referenzkursen, die Unternehmen und Profi-Anlegern als Basis für ihre Währungsgeschäfte dienen.

Gleichzeitig droht der HSBC aber nach wie vor an anderer Stelle eine Milliardenstrafe. Im Rechtsstreit zwischen der britischen Bahn und Investoren über den Wert von Darlehen wurde die HSBC nach Angaben der Anwaltskanzlei Robbins Geller Rudman & Dowd Mitte Oktober in erster Instanz dazu verurteilt, den Klägern insgesamt 2,46 Milliarden Dollar zu zahlen Ein HSBC-Sprecher erklärte jedoch, die Entscheidung werde voraussichtlich angefochten. Die Bank sehe gute Chancen, den Fall für sich zu entscheiden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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