Das bessere Konzept soll Bieterkampf um LSE entscheiden – Weiterer Stellenabbau bei Banken zu erwarten: Breuer: Standort für Börse zweitrangig

Das bessere Konzept soll Bieterkampf um LSE entscheiden – Weiterer Stellenabbau bei Banken zu erwarten
Breuer: Standort für Börse zweitrangig

Der Aufsichtsratschef der Deutschen Börse, Rolf Breuer, hat die Bedeutung des Standorts bei einer Übernahme der Londoner Börse LSE heruntergespielt. „Die Frage nach dem Standort eines fusionierten Unternehmens wird weit überschätzt“, sagte Breuer gestern vor dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten.

kk FRANKFURT/M. Bestimmte Bereiche seien besser in London angesiedelt, andere in Frankfurt. „London hat den besten Kassamarkt in Europa“, sagte Breuer. Deshalb entspreche es der unternehmerischen Logik, dieses Geschäft dort anzusiedeln. London sei der entscheidende europäische Handelsplatz für Devisen, festverzinsliche Wertpapiere und Aktien. Frankfurt dagegen habe „hervorragende Chancen, zum Zentrum für die Vermögensverwaltung“ zu werden. Man müsse das Thema der Börsenfusion europäisch und nicht provinziell sehen, mahnte Breuer.

Über den Bieterwettstreit um die London Stock Exchange (LSE) wird nach Breuers Ansicht eher das Konzept und weniger der Preis entscheiden. „Es geht um die Qualität des Konzeptes, nicht des Preises“, sagte er. Neben der Deutschen Börse hat auch die Vierländerbörse Euronext Interesse an der LSE angemeldet.

Für das deutsche Finanzgewerbe hat Breuer, der demnächst als Präsident des Bundesverbands deutscher Banken ausscheidet, vor weiteren Entlassungen gewarnt: „Wir werden mangels Rentabilität weitere Jobkürzungen in Kauf nehmen müssen“, sagte Breuer. Erst am Donnerstag hatte die Deutsche Bank bekannt gegeben, dass sie weltweit 6 400 Stellen streichen wird und damit für öffentliche Empörung gesorgt. Breuer, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank ist, zeigte sich erstaunt über die scharfe öffentliche Kritik: „Der Personalabbau in Deutschland ist groß und beklagenswert, aber seit November bekannt.“ Und im Ausland – an den Standorten New York, London, Tokyo und Singapur – seien die Mitarbeiter, eben weil sie ihren Job leichter verlieren können als in Deutschland, auch besser bezahlt sind, erklärte er.

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