Daten der Zentralbank
Einlagen bei griechischen Banken fallen weiter

Die Abwanderung von Kapital ins Ausland und das Abheben von Bargeld im großen Stil macht griechischen Banken zu schaffen. Die neuesten Daten zeigen, dass es auch im Mai ein deutliches Minus gab.
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AthenDie Einlagen bei griechischen Banken sind im Mai auf ein Elf-Jahres-Tief gefallen. Die am Freitag von der griechischen Notenbank veröffentlichten Daten zeigen, dass die Kundengelder um 3,8 Milliaren Euro auf 129,9 Milliarden Euro gefallen sind. Das entspricht einem Minus von 21 Prozent seit November – kurz bevor der ehemalige Premierminister Antonis Samaras eine Abstimmung über einen neuen Präsidenten auf den Weg gebracht hatte, die zum Ende seiner Regierung führte.

Der Abfluss hat sich im Juni fortgesetzt, in der vergangene Woche hatten griechische Bankkunden mehrere Milliarden Euro in bar abgehoben oder ins Ausland transferiert – deutlich mehr als in durchschnittlichen Wochen. Sogar die Sorge um eine Bargeld-Knappheit hatte die Runde gemacht.

In dieser Woche hat die Europäische Zentralbank täglich darüber beraten, ob sie der griechischen Notenbank weiter gestatten soll Notkredite für die Geschäftsbanken des Landes zu genehmigen. Die Grenze für die ELA-Nothilfen liegt mittlerweile bei 89 Milliarden Euro, sagen mit den Vorgängen vertraute Personen. Seit Mittwoch wurde diese Grenze nicht angehoben.

Der griechische Zentralbank-Präsident Giannis Stournaras war am Freitag bei einer Anhörung in einem Parlamentsausschuss erwartet worden, doch sagte die Teilnahme ab, was zu heftigen politischen Verwerfungen geführt hatte. Für Aufsehen hatte auch ein extrem kritischer Bericht der Notenbank gesorgt, in dem die Währungshüter mit drastischen Worten vor den Folgen einer Staatspleite und einem Ausscheiden des Landes aus der Euro-Zone warnten.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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