Datenaffäre Deutsche Bank bittet um Fristverlängerung

Die Deutsche Bank braucht mehr Zeit, um ihre Datenaffäre aufzuklären und hat die hessischen Datenschützer um eine Fristverlängerung gebeten. Bis zum kommenden Montag soll das Institut jetzt die Fragen der Datenschützer beantworten.
  • Sonia Shinde
Die Deutsche Bank in Frankfurt am Main. Das Institut ist in das Visier von Datenschützern geraten und erbittet sich nun eine Fristverlängerung zur Aufklärung der Fälle. Quelle: ap

Die Deutsche Bank in Frankfurt am Main. Das Institut ist in das Visier von Datenschützern geraten und erbittet sich nun eine Fristverlängerung zur Aufklärung der Fälle.

(Foto: ap)

FRANKFURT. Ursprünglich sollte das Institut den Fragenkatalog der hessischen Datenschützer bis Mittwoch beantwortet haben. Jetzt gewährte ihr die Behörde im Regierungspräsidium Darmstadt eine Fristverlängerung bis zum kommenden Montag. Sie ist für den Datenschutz privater Firmen in Hessen zuständig. Stellt sie Verstöße gegen den Datenschutz fest, informiert sie die Betroffenen und schaltet beim Verdacht auf eine Straftat den Staatsanwalt ein.

Grund für die Verzögerung soll nach Informationen aus Finanzkreisen sein, dass die von der Deutschen Bank mit der Untersuchung beauftragte Anwaltskanzlei ihren Bericht noch nicht fertig hat. Die Deutsche Bank selber wollte sich zum Stand der internen Ermittlungen nicht äußern und will laut früheren Äußerungen die Ergebnisse der Sonderprüfung der Bankenaufsicht BaFin abwarten. Deren Ermittlungen laufen seit Ende Mai und sollen laut Finanzkreisen bis in die 90er- Jahre zurückreichen. Mit Ergebnissen der Sonderprüfung wird jedoch nicht vor Ende Juni gerechnet.

Die Deutsche Bank hatte Ende Mai mögliche Verstöße in der Konzernsicherheit eingeräumt. Dabei sollen unter anderem Vorstandsmitglied Hermann-Josef Lamberti, ein Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sowie weitere Manager und deren Familienangehörige ausgespäht worden sein. Auch kritische Aktionäre sollen zu den Zielen gehört haben. Insgesamt handele es sich um weniger als zehn Personen.

Der Schwerpunkt der Ermittlungen konzentriert sich laut Finanzkreisen auf das Jahr 2006. Der für Deutschland zuständige Deutsche-Bank-Sicherheitschef Rafael S. wurde im Zuge der Affäre bereits beurlaubt.

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