DB NYSE Group
Bouffier kämpft für Standort Frankfurt

Fusion ja, Absage an den Standort Frankfurt nein: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier versucht nach Kräften, den Firmensitz der DB NYSE Group in der Main-Metropole zu halten.
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FrankfurtHessens Ministerpräsident Bouffier will den Finanzstandort Frankfurt erhalten.

Hessen will bei der Fusion der Börsen von Frankfurt und New York nicht als Verlierer dastehen. „Unser Ziel ist ganz klar, den Finanzplatz Frankfurt und damit nicht zuletzt die Arbeitsplätze perspektivisch zu sichern, also über 2016 hinaus“, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Börse-Betriebsrat Johannes Witt rechnet allerdings damit, dass die fusionierten Börsen nicht auf Dauer mit zwei Zentralen in New York und Frankfurt operieren werden. „New York wird mittelfristig den Ton angeben“, sagte er der Zeitung „Euro am Sonntag“.

Bis 2016 sind die Machtverhältnisse in der geplanten Megabörse aus Deutscher Börse und NYSE Euronext festgezurrt, wobei die Frankfurter im Verwaltungsrat etwas Übergewicht haben. Die beiden Konzerne hatten ihren Zusammenschluss am 15. Februar verkündet, die Zustimmung der Aufsichtsbehörden steht noch aus.

Die Sorge, dass die Deutsche Börse und damit letztlich der Finanzplatz Frankfurt unter die Räder kommen könnte, teilt Bouffier aktuell nicht. Sein Eindruck sei, dass der Zeitpunkt für die Fusion „günstig gewählt ist, weil die Deutsche Börse gut dasteht. Sie ist also der strategische Handlungspartner“, sagte Bouffier.

„Anders als in anderen Fällen, in denen ein Börsenbetreiber einen anderen übernommen hat, haben wir es hier mit einer Partnerschaft zu tun.“ Allerdings: 2006 fusionierte die New Yorker Börse mit der Mehrländerbörse Euronext als „gleichem“ Partner - und riss am Ende die Macht an sich.

Bouffier sagte: „Ob das jetzt der erfolgreiche Weg ist, um die Börse zukunftsfähig zu machen, wird sich zeigen. Und gegebenenfalls sind auch aufsichtsrechtliche Fragen noch zu klären. Das Ziel ist aber ganz klar: Wir brauchen einen international starken Börsenplatz hier.“

Witt rechnet mit strengen Auflagen für die Fusion. „Die hessische Börsenaufsicht wird die Genehmigung nur erteilen, wenn sichergestellt ist, dass der Kassamarkt in Frankfurt erhalten bleibt, unabhängig davon, welches Handelssystem verwendet wird.“ Da sich abzeichne, dass die Börse das Handelssystem Xetra mittelfristig zugunsten des US-Handelssystems USP aufgeben werde, müsse dafür gesorgt werden, dass die bei Xetra angesiedelten Funktionen auch bei Verwendung des US-Systems gewährleistet blieben. „Das US-System kann nicht einfach eins zu eins auf den deutschen Markt mit seinen Besonderheiten übertragen werden. Da sind Anpassungen notwendig“, sagte Witt, der auch im Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG sitzt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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