Deal im Sal. Oppenheim-Prozess
Verfahren gegen Josef Esch zum Teil eingestellt

Der Bauunternehmer Josef Esch kann im Untreue-Prozess um die ehemalige Führung der Privatbank Sal. Oppenheim einen Erfolg feiern. Der Vorwurf der Beihilfe gegen Esch wird fallengelassen – gegen eine Millionenzahlung.
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KölnIm Sal. Oppenheim Strafprozess kann der Bauunternehmer Josef Esch aufatmen. Wie das „Handelsblatt“ (Donnerstagsausgabe) berichtet, wurde ein Teil des Verfahrens gegen den Angeklagten am Mittwoch gegen eine Geldauflage von sechs Millionen Euro eingestellt. Bis zum 14. April hat Esch nun Zeit, vier Millionen Euro an die Staatskasse und zwei Millionen Euro an die Privatbank Sal. Oppenheim zu überweisen. Ein Sprecher des Landgerichts Köln bestätigte gegenüber dem Handelsblatt die Einstellung nach Paragraph 153a der Strafprozessordnung. Die Staatsanwaltschaft hatte Esch Beihilfe zur Untreue bei einem Frankfurter Immobiliengeschäft vorgeworfen.

Für den Troisdorfer Immobilienunternehmer ist der Prozess damit jedoch noch nicht gänzlich beendet. Weiterhin droht ihm eine Strafe wegen eines Verstoßes gegen das Kreditwesengesetz. Aus diesem Grund wird er auch weiter an den Terminen des seit über 100 Verhandlungstagen andauernden Verfahrens teilnehmen müssen. Ebenso wie die vier ehemaligen persönlich haftenden Gesellschafter der Privatbank. Ihnen wird Untreue in besonders schwerem Fall vorgeworfen. Allen droht laut der Richterin Sabine Grobecker eine Haftstrafe.

Bis vor fünf Jahren war Sal. Oppenheim Europas größte Privatbank. Esch galt im Institut als graue Eminenz und pflegte enge Kontakte in die Führung. Als Großaktionär des ins Straucheln geratenen Arcandor-Konzerns geriet das Institut jedoch in Schieflage und wurde 2010 von der Deutschen Bank übernommen.

Massimo Bognanni ist Reporter im Handelsblatt Investigativ-Team.
Massimo Bognanni
Handelsblatt / Reporter im Investigativ-Team

Kommentare zu " Deal im Sal. Oppenheim-Prozess: Verfahren gegen Josef Esch zum Teil eingestellt"

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  • Es waren auch und vor allem die Esch-Fonds, die Oppenheim Reputation und Geld gekostet haben und wesentlich zum Niedergang des Bankhauses beigetragen haben. Und der Initiator dieser Geldvernichtungsfonds soll jetzt straffrei ausgehen?
    Unfaßbar!

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