Defizitäres Geschäft
KKR nimmt neuen Anlauf zum Verkauf von ATU

KKR startet einen neuen Versuch, die Werkstattkette ATU per Verkauf loszuwerden. Dem Finanzinvestor liegt bereits ein Angebot der Gläubiger vor. Jedoch ginge KKR bei Einwilligung ein erheblicher Teil des Geldes verloren.
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FrankfurtDie Entscheidung über die Zukunft der Werkstattkette ATU Auto-Teile Unger zieht sich hin. Der Eigentümer des pfälzischen Unternehmens, der Finanzinvestor KKR, unternehme einen neuen Anlauf, ATU zu verkaufen, um einen Schlussstrich unter das defizitäre Engagement zu ziehen, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch.

KKR habe die Investmentbank Lazard angeheuert, nachdem ein erster Versuch zum Verkauf im Sand verlaufen war. Auch diesmal wird es schwierig: Denn das Übernahmeangebot müsste besser sein als die Offerte der Gläubiger von ATU um den Hedgefonds Centerbridge, die gegen den Erlass eines Teils der Schulden mit Eigenkapital einsteigen wollen.

„KKR fährt zweigleisig und wird vermutlich vor Jahresende entscheiden, ob ATU an einen Dritten verkauft wird oder ob die Gläubiger zum Zuge kommen“, sagte ein Insider. Im letzteren Fall müsste KKR sein Engagement zum größten Teil in den Wind schreiben. Denn um ATU zumindest zum Teil behalten zu können, müssten die Amerikaner zum zweiten Mal Eigenkapital nachschießen – laut Branchenschätzungen einen dreistelligen Millionenbetrag. Dazu sei KKR aber nicht mehr bereit, hieß es in Finanzkreisen.

KKR hatte ATU 2004 für 1,45 Milliarden Euro vom Finanzinvestor Doughty Hanson gekauft. Schon 2008 musste der Eigentümer rund 140 Millionen Euro nachlegen.

Eigentlich wollte ATU bis Ende Oktober einen Sanierungsplan vorlegen. Das könne sich nun verzögern, hieß es in den Kreisen. Die Werkstattkette ist mit fast 600 Millionen Euro verschuldet, die Anleihen sind zwischen Mai und Oktober 2014 fällig. Doch der schrumpfende operative Gewinn reicht auf Dauer nicht mehr aus, um die Kredite zu bedienen und die Auflagen der Banken und Gläubiger zu erfüllen. Im Geschäftsjahr 2012/13 verdiente ATU nur noch 62 Millionen Euro vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Bis Jahresende solle das Geld aber noch reichen, hatte der seit Juli amtierende Geschäftsführer Hans-Norbert Topp im August gesagt.

Er will schnell operativ umsteuern. Denn die Kette mit 650 Filialen und 12.000 Beschäftigten kämpft wegen der schwachen Autokonjunktur mit einer schwindenden Nachfrage und wachsender Konkurrenz, etwa durch Online-Reifenhändler wie Delticom. Topp will nun das Geschäft im Internet - auch im Ausland - ausbauen und Verträge mit Firmen für die Betreuung ganzer Fahrzeugflotten schließen. Auch in den Markt für Autoglas wolle ATU stärker einsteigen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Defizitäres Geschäft: KKR nimmt neuen Anlauf zum Verkauf von ATU"

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  • Anscheinend gibt sich der PE-Investor KKR weiterhin alle Mühe, die defizitäre Wertstattkette A.T.U aus dem Portfolio zu bekommen. Medienberichten zufolge soll die Investmentbank Lazard nun einen Käufer finden. [Quelle: http://www.finance-magazin.de/strategie-effizienz/ma/ma-deals-oxea-atu-dbag/ ]
    Zuletzt hatten die Gläubiger von A.T.U um den Hedgefonds Centerbridge darüber verhandelt, das Unternehmen im Rahmen eines Debt-to-Equity-Swaps zu übernehmen.

    Gruß,
    W.

  • Freundlicher Hinweis an die Redaktion: Der Fehler "pfälzisches Unternehmen" ist nach 3 Stunden immer noch nicht ausgebessert.

  • Das Tagesgeschäft von ATU läuft laut Insiderinformationen gut. Das sollte ausreichen um eine Planinsolvenz abzuwenden. Im Moment wird darum gerungen, wie man das Unternehmen für die Zukunft aufstellt. Verfolgt man die Pressemitteilungen, ist das primäre Ziel die Tilgung zu verringern um mehr Spielraum für Investitionen zu erlangen. Investiert ATU aber weiterhin nichts in sein Personal in den Filialen kann es keine gute Zukunft geben. Wenn ich abschließend meinen Erlebniswert berichten darf, so empfinde ich es als schädlich in einem Filalbetrieb drei verschiedene Öffnungszeiten zu haben. Das Personal macht weiterhin einen sehr angespannten Eindruck und scheint überfordert zu sein mit zu viel Arbeit und Aufgaben.

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