Deka und LBBW
Die Bilanz-Entrümpelung der Landesbanken

Für die Landesbank Baden-Württemberg und die Debabank sind die Probleme mit Briefkastenfirmen in Panama nach eigenen Angaben schon längst gelöst. Der LBBW steht allerdings noch ein massiver Stellenabbau bevor.

Frankfurt, Stuttgart Kaum ein Kreditinstitut, das derzeit nicht nach möglicherweise illegalen Geschäften mit Briefkastenfirmen gefragt wird. Immerhin haben nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ mindestens 28 deutsche Banken die Dienste der Kanzlei Mosack Fonseca aus Panama genutzt und dabei mehr als 1200 Briefkastenfirmen gegründet oder verwaltet. Auch Landesbanken werden genannt.

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) nahm schon 2009 eigene Ermittlungen auf und beauftragte eine Kanzlei mit der Prüfung, wie Bankchef Hans-Hörg Vetter am Dienstag sagte. Die Prüfung habe keine Anhaltspunkte dafür geliefert, dass die LBBW in derartige Offshore-Geschäfte involviert sei oder gewesen sei, so Vetter. Mit einer Ausnahme: Bei der Rheinland-Pfalz International (LRI), einer Luxemburger Tochter der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP), gab es Hinweise. Die LRP gehört zur LBBW.

Die LBBW habe ihre Erkenntnisse dem Kölner Staatsanwalt schon vor längerer Zeit übermittelt, sagte Vetter. „Meines Wissen wird in der Sache gegen zwei Personen ermittelt.“ Die LBBW hatte das Luxemburger Privatkundengeschäft der LRI im Jahr 2010 an die Dekabank verkauft, die ebenfalls zum öffentlich-rechtlichen Sektor gehört.

Bei der Dekabank wiederum trennte man sich von einigen der neuen Kunden. Man habe das Offshore-Geschäft so gemanagt, dass entsprechende Kunden „nicht mehr Kunden von uns sind“, sagte Deka-Chef Michael Rüdiger. Es gehe um eine kleine zweistellige Anzahl.

Für beide Häuser, die Dekabank und die LBBW, sind das Geschichten aus der Vergangenheit. Die Deka, der Fondsdienstleister der Sparkassen, ist gerade dabei, ihre Position in der Gruppe zu unterstreichen. Sie übernimmt den S Broker, den Onlinebroker der Sparkassen komplett. Die Deka wolle dessen Know-How im Onlinegeschäft nutzen, sagte Vertriebschef Georg Stocker. Man wolle aber nicht direkt an den Sparkassenkunden herantreten, betonte er. Der S Broker selbst hat 130.000 Kunden – im Vergleich zu den Sparkassen also sehr wenig.

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