Der neue Vorstandschef Norbert Massfeller drückt aufs Tempo: Gewerkschaftsholding BGAG will ihre Töchter als Paket verkaufen

Der neue Vorstandschef Norbert Massfeller drückt aufs Tempo
Gewerkschaftsholding BGAG will ihre Töchter als Paket verkaufen

Die Pläne der Gewerkschaftsholding BGAG zum Verkauf des Finanzdienstleisters BHW und der Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden (AHBR) nehmen Gestalt an. Nach den Worten des seit Anfang März amtierenden Vorstandschefs Norbert Massfeller gibt es großes Interesse aus der Finanzbranche.

pot FRANKFURT/M.Bereits ein knappes Dutzend deutscher Adressen habe wegen des Erwerbs von einer oder beider Beteiligungen vorgefühlt, sagte Massfeller vor Journalisten in Frankfurt.

Der BGAG-Chef machte zugleich deutlich, dass er beide Unternehmen am liebsten gemeinsam verkaufen würde. „Es ist sinnvoll, das als Paket anzubieten.“ Teile des AHBR-Geschäfts würden sich mit dem des Baufinanzierers BHW sehr gut ergänzen. Bisher stand eher ein Einzel-verkauf der beiden Beteiligungen im Mittelpunkt der Überlegungen. Ein Verknüpfung könnte nach Einschätzung aus Branchenkreisen die Trennung von der AHBR erleichtern. Denn die Attraktivität beider Finanzdienstleister wird höchst unterschiedlich eingestuft. Das BHW mit 4,5 Mill. Kunden und einem starken Vertriebsnetz gilt als durchaus interessant. Dagegen gilt die von massiven Problemen gebeutelte AHBR als schwer verkäuflich, zumal in Deutschland auch andere Hypothekenbanken mit geringeren Problemen zum Verkauf stehen. Erschwert wird die Trennung von der AHBR auch dadurch, dass die Hypothekenbanken ihr Pfandbriefprivileg verlieren.

Um den Verkauf der Beteiligungen zu forcieren, hat die BGAG seit Jahresbeginn ihren kompletten Vorstand ausgetauscht. Massfeller, früher Chef der VW Bank, ist seit Ende Februar Nachfolger des langjährigen Vorstandschefs Rolf Freyberg. Zuvor war bereits der Sanierungsexperte Helmut Balthasar in den Vorstand berufen worden.

Die Gewerkschaften haben in den vergangenen Jahren schon diverse Unternehmen veräußert, zuletzt die Direktbank Diba an die holländische ING. Auslöser für die jetzigen Verkaufspläne dürften die massiven Probleme der AHBR sein, die in den letzten Jahren von ihren Großaktionären BGAG und BHW mit über 1,2 Mrd. Euro unterstützt werden musste. Die BGAG hält 39 Prozent am BHW und 50 Prozent an der AHBR. Der BHW seinerseits ist mit 39,5 Prozent an der AHBR beteiligt.

Außer BHW und AHBR zählt ein umfangreicher Immobilienbesitz zum Portfolio der BGAG. Auch von diesen Aktivitäten wollen sich die Gewerkschaften trennen. Hier werde man sich aber nicht hetzen lassen, sagte Massfeller. Einzelheiten zum Zeitplan nannte er nicht. Auch Spekulationen, wonach die Investmentbank Goldman Sachs den Verkauf von BHW und AHBR organisiert, wollte er nicht kommentieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%