Derivate-Streit
Monte dei Paschi verbucht hohe Millionenbelastung

Die italienische Bank Monte dei Paschi gilt als ältestes noch existierendes Geldhaus der Welt. Mit Derivate-Geschäften hatte es sich in eine Krise gewirtschaftet. Ein Streit mit der Deutschen Bank darüber ist beigelegt.
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Mailand/FrankfurtDie Deutsche Bank kommt bei der Beseitigung ihrer Rechtsrisiken allmählich voran. Das Institut einigte sich mit der italienischen Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) im Streit um windige Derivategeschäfte aus dem Jahr 2008, wie beide Seiten am Donnerstag mitteilten. Die Italiener hatten der Deutschen Bank vorgeworfen, sie 2008 über den Tisch gezogen zu haben.

MPS erklärte, die Handelsposition über 525 Millionen Euro nun zu schließen. Dies werde einen negativen Effekt von 194 Millionen Euro auf das Jahresergebnis haben. Die Deutsche Bank machte zu den finanziellen Konsequenzen keine Angaben. Die Italiener hatten 500 Millionen Euro Schadensersatz vom Dax-Konzern verlangt.

Die Geschäfte hatten der italienischen Bank hohe Verluste eingebracht. Es ging um die Transaktion mit dem Namen Santorini. Mit dem Geschäft sollen frühere MPS-Manager mit Hilfe der Deutschen Bank andere Verluste kaschiert haben. Die älteste Bank der Welt ist seit der Finanzkrise ein Sanierungsfall. Sie steckt tief in den roten Zahlen und musste mit Staatshilfen in Milliardenhöhe gerettet werden.

Die Deutsche Bank ist weltweit in zahlreiche Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Zuletzt hatte sie für diese Risiken 4,1 Milliarden Euro Rückstellungen gebildet. Vor zwei Wochen war sie von der EU-Kommission wegen der Beteiligung an verbotenen Absprachen bei Referenzzinssätzen zu einer Strafe von 725 Millionen Euro verdonnert worden.

Anm. d. Red.: In einer ersten Fassung nannte die Überschrift fälschlicherweise die Deutsche Bank. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • War der Kapitalismus nicht Böse, Eure Heiligkeit?

  • Widersprüchlicher Artikel - bzw. schecht geschrieben / falsche Überschrift.
    In der Überschrift steht, die Deutsche Bank würde eine Millionenbelastung verbuchen.
    Im Artikel finden sich dagegen nur Informationen, das die Monte dei Paschi eine Sonderbelastung der Bilanz in Höhe von 194 Millionen zu verzeichnen hat.
    Entweder fehlt die Angabe zur Belastung der Bilanz der Deutschen Bank durch die Einigung, oder der Autor kann bei Überschrift und Artikeltext zwei sehr verschiedene Banken nicht auseinanderhalten.

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