Derivatestreit
Italien zieht gegen Morgan Stanley vor Gericht

Italien geht laut Insidern gerichtlich gegen Morgan Stanley vor. Der US-Bank wird vorgeworfen, für einen Verlust des Staates von 2,7 Milliarden Euro verantwortlich zu sein. Neu ist der Vorwurf allerdings nicht.
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RomIm Streit um hohe Verluste nach Zinswetten geht Italien gegen die US-Bank Morgan Stanley Insidern zufolge nun gerichtlich vor. Das Land wirft dem Geldhaus vor, für einen Verlust des Staates von 2,7 Milliarden Euro verantwortlich zu sein. Der seit Jahren schwelende Streit solle nun von einem Gericht geklärt werden, sagte eine mit der Sache vertraute Person am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Es geht um Verträge aus den Jahren 1995 bis 2005, mit denen sich das hoch verschuldete Italien quasi gegen steigende Zinsen absichern wollte. Im Zuge der Finanzkrise 2008/09 fielen die Zinsen aber und das Land konnte Geld am Anleihenmarkt billiger aufnehmen. Es entstanden aber hohe Verluste aus den Geschäften mit den Zinsderivaten. Die Verträge wurden Ende 2011 und Anfang 2012 zwar aufgelöst. Dem Insider zufolge musste Italien der US-Bank dafür aber rund drei Milliarden Euro zahlen. Die Kläger argumentieren, einige der Verträge seien spekulativ gewesen und hätten Klauseln für die Auflösung beinhaltet, die überwiegend vorteilhaft für Morgan Stanley gewesen seien.

Die US-Bank wollte sich am Dienstag nicht äußern, Sie hatte aber ähnliche Vorwürfe und Forderungen in der Vergangenheit als gegenstandslos bezeichnet. Dem Insider zufolge werden die Anhörungen in der Sache vor einem Sonder-Gericht (Special Audit Court) wohl im April beginnen. Gegen Entscheidungen der Kammer kann Berufung eingelegt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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