Details der Bilanz 2005: Commerzbank legt die Messlatte höher

Details der Bilanz 2005
Commerzbank legt die Messlatte höher

Am Dienstag hatte die Commerzbank die Eckwerte ihrer Bilanz für 2005 vorgelegt. Die sahen ordentlich aus. Nun lieferte sie Details nach und festigt damit dieses Bild. Die Ziele der zweitgrößten deutschen Bank sind ambitioniert, zudem ist man schon in konkreten Verhandlungen für einen Zukauf im Ausland.

HB FRANKFURT. Nach der Übernahme des Immobilienfinanzierers Eurohypo, die Ende März abgeschlossen sein soll, seien weiteren Akquisitionen nun vor allem im Privatkunden- und Mittelstandsgeschäft von Interesse. „Die Auslandsgeschichte ist sehr konkret“, sagte Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. Den Namen des Akquisitionsziels wolle er nicht nennen. „Wir wollen keine Immobilien-Spezialbank sein“, betonte Müller jedoch. Die Commerzbank hatte tags zuvor mitgeteilt, dass der Jahresüberschuss 2005 auf 1,165 Mrd. Euro mehr als verdreifacht worden sei.

Die Dividende für die Aktionäre soll auf 50 Cent je Aktie verdoppelt werden. Auch würden die Mitarbeiter ab sofort an den steigenden Gewinnen beteiligt. Für das abgelaufene Geschäftsjahr betrage die Erfolgsprämie pauschal ein halbes Bruttomonatsgehalt, ab 2006 soll sie leistungsbezogen gestaffelt werden. Die um Sondereffekte bereinigte Eigenkapitalrendite der Commerzbank lag 2005 bei 9,6 Prozent nach Steuern und damit über dem von Müller vorgegebenen Ziel von acht Prozent.

Die Commerzbank will nach den Worten ihres Vorstandschefs ihre Rendite weiter steigern und an internationales Niveau angleichen. „Konkret bleibt es unser Ziel, mittel- bis langfristig eine Rendite nach Steuern von 15 Prozent zu erreichen“, sagte Müller auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. Die angepeilte Rendite sei ein „ambitiöses Ziel“, aber innerhalb von fünf Jahren machbar. Dies seien realistische Erwartungen, die den Abstand zu europäischen Wettbewerbern verringern sollten. Derzeit kommt von den großen deutschen Instituten nur Branchenprimus Deutsche Bank mit etwa 17 Prozent Rendite auf eine international wettbewerbsfähige Größe.

Auch für ihr wichtiges Mittelstandsgeschäft rechnet die Commerzbank im laufenden Jahr mit einer operativen Rendite von mehr als 15 Prozent. Die Marke von 17 Prozent werde weiter für das Jahr 2007 angestrebt, sagte Commerzbank-Finanzvorstand Eric Strutz am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Im Vordergrund der Expansionsstrategie stehe Mittel- und Osteuropa. Gerade Polen, wo die Commerzbank bereits mit der Tochter BRE Bank vertreten ist, sei ein interessanter Markt, sagte Müller. Derzeit gebe es eine „sehr konkrete“ Akquisitionsmöglichkeit im Ausland. Allerdings sei die Commerzbank nicht bereit, überhöhte Preise zu zahlen, wie sie in Russland oder auf dem Balkan gefordert würden. In Deutschland hatte die Commerzbank als einer von 22 Interessenten ein Angebot für die zum Verkauf stehende Berliner Bank abgegeben.

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