Deutsche Bank
Ackermann bereit für den Aufsichtsratsvorsitz

Kommt es zum Amtsverzicht von Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Clemens Börsig, dem große institutionelle Anleger und die Vorstandsmitglieder des eigenen Hauses schweres Versagen vorwerfen, stünde der heutige Vorstandsvorsitzende, Josef Ackermann, als sein Nachfolger bereit. Das erfuhr das Handelsblatt aus hochrangigen Kreisen der Deutschen Bank.
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DüsseldorfNachdem Freitagmorgen bekannt wurde, dass  Ex-Bundesbankchef Axel Weber zur Schweizer Großbank UBS wechselt, wird eine Neuordnung an der Führungsspitze der Deutschen Bank  immer wahrscheinlicher. Axel Weber war der Favorit von Deutsche-Bank-Vorstandschef Josef Ackermann für dessen Nachfolge, die im Jahr 2013 anstand.

Durch die Verhandlungsführung von Aufsichtsratschef Clemens Börsig haben sich diese Nachfolgepläne zerschlagen. Nun wächst der Druck auf Börsig, sein Amt niederzulegen. Sowohl große institutionelle Anleger als auch die Vorstände der Bank drängen in diese Richtung.

Börsig sei in den vergangenen Jahren seiner Aufgabe nicht gerecht geworden, einen Nachfolger für Vorstandschef Ackermann zu finden, sagte ein Fondsmanager einer großen Anlagegesellschaft dem Handelsblatt. Auch ein Vertrauter Ackermanns spricht von der zweiten großen Pleite Börsigs, nachdem er bereits 2009 keinen geeigneten Nachfolger für Ackermann habe präsentieren können und sich anschließend sogar selbst für den Chefsessel ins Gespräch gebracht habe. 

Einen Plan B für einen weiteren externen Kandidaten gibt es derzeit nicht, heißt es in Vorstandskreisen. Vorstandsmitglieder der Bank und wichtige Großaktionäre wünschen sich nun einen Wechsel Ackermanns an die Spitze des Aufsichtsrates. Das würde Stabilität und Kontinuität innerhalb der Bank und darüber hinaus garantieren.

Das Drängen kommt auch aus der Deutschen Bundesregierung und aus Frankreich, wo zuletzt die jetzige IWF-Chefin Christine Lagarde hinter den Kulissen für den Verbleib Ackermanns in der Bank geworben hatte. Gerade in Zeiten der Euro- und Griechenlandkrise, die sich schnell zu einer zweiten Bankenkrise auswachsen kann, ist den politischen Akteuren erkennbar an einer Lösung gelegen, die bestehende Gesprächsfäden nicht abreißen lässt. Ackermann ist daher der Wunschkandidat des politischen  Establishments in den großen Eurostaaten.

Noch im April hatte Ackermann in der „Welt am Sonntag“ einen Wechsel in den Aufsichtsrat abgelehnt: "Ich werde meinen Vertrag nicht verlängern und auch nicht in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank wechseln", so Ackermanns Festlegung. Diese Festlegung gilt seit Freitag nicht mehr, wie das  Handelsblatt  aus zuverlässiger  Quelle erfuhr. Ackermann ist bereit, sich in die Pflicht nehmen zu lassen.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
Tanja Kewes
Tanja Kewes
Handelsblatt / Chefreporterin
Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte

Kommentare zu " Deutsche Bank: Ackermann bereit für den Aufsichtsratsvorsitz"

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  • Wie lange?

    Der Streit zwischen Börsig und Ackermann scheint sich in Richtung Ackermann zu drehen. Wie lange will Ackermann den Börsig geben? So vier Jahre? Und was dann? Wollen die alten Herren überhaupt keine neuen Gesichter hochkommen lassen? Man weiss ja nie was der junge, ehrgeizige Nachfolger so alles ausgräbt von den alten Geschichten ...

  • Sollte der direkte Wechsel vom Vorstandssessel in den Aufsichtsrat nach den Regeln des Corporate Governance Kodex nicht vermieden werden?

  • Dummschwätzer

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