Deutsche Bank Ackermann sorgt für Rührung

Es war seine letzte große Rede als Chef der Deutschen Bank: Josef Ackermann hat den Aktionären an seinem letzten Arbeitstag gerührt Adieu gesagt. Der Aufsichtsrat wird entlastet, erntet aber ein schwaches Ergebnis.
Update: 31.05.2012 - 21:55 Uhr 24 Kommentare
Gruppenfoto bei der Deutschen Bank: Josef Ackermann (Mitte) und seine designierte Nachfolger Anshu Jain (links) und Jürgen Fitschen. Quelle: dapd

Gruppenfoto bei der Deutschen Bank: Josef Ackermann (Mitte) und seine designierte Nachfolger Anshu Jain (links) und Jürgen Fitschen.

(Foto: dapd)

FrankfurtEs ist Josef Ackermanns letzter großer Auftritt als Chef der Deutschen Bank. In der Frankfurter Festhalle stellt er sich den Aktionären von Deutschlands größtem Geldhaus. Hauptversammlungen sind das Theater der Wirtschaft – und Josef Ackermann ist heute der Hauptdarsteller, über den das Publikum urteilt. Das verdeutlicht auch der Gong fünf Minuten vor Beginn der Veranstaltung.

Die Branche ist sich mehrheitlich einig, dass die Ära Ackermann als eine stolze in die Geschichte der Bank eingehen wird, als ein Jahrzehnt, in dem sich das bis dahin überwiegend national aktive und etwas behäbige deutsche Institut zu einem global agierenden Finanzkonzern wandelte, Europas nach Bilanzsumme größtem. Der 64 Jahre alte Schweizer hat sich international viel Respekt verschafft, weil es ihm gelungen ist, seine Bank ohne Staatshilfe durch die schlimmste Finanzkrise seit den 1920er-Jahren zu führen und ihre Unabhängigkeit zu sichern. Seit seinem Amtsantritt 2002 hat er sich vom puren Investmentbanker zum staatsmännischen Konzernlenker entwickelt. Das ist die eine Seite.

Die andere Seite: Ackermann hatte sich drei Ziele gesetzt – eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent, eine Steigerung des Aktienkurses und weltweit von Platz 14 unter die zehn Banken mit der höchsten Marktkapitalisierung aufzusteigen. Er hat sie alle verfehlt. Und zwar meilenweit: Die Eigenkapitalrendite lag 2011 nur bei rund zehn Prozent, der Aktienkurs ist in seiner Amtszeit um mehr als 60 Prozent abgestürzt, und beim Börsenwert zählt die Bank nicht einmal mehr zu den weltweit 25 größten.

„Es wird keine Ackermann-Show geben“, hatte der scheidende Chef, der dem großen Auftritt nicht vollkommen abgeneigt ist, bei seiner letzten Bilanz-Pressekonferenz im Februar mit Blick auf seinen Abschied gesagt. „Ich mag mich nicht zelebrieren und mag auch diese Laudationes nicht.“

Ackermann bei Twitter

Um 10.02 Uhr ergreift der ebenfalls scheidende Aufsichtsratschef Clemens Börsig, auf den der bisherige Allianz-Finanzvorstand Paul Achleitner folgt, das Wort und kündigt an, dass die letzte Hauptversammlung unter seiner Leitung wegen „des großen Andrangs der Aktionäre“ zehn Minuten verspätet beginnen wird.

Um 10.10 Uhr eröffnet er die Veranstaltung, die nicht nur für ihn eine besondere ist, denn: „Eine Epoche kommt zu ihrem Ende.“ Als er das Wort an „Herrn Dr. Ackermann“ richtet, mit dem er sich zuvor einen erbitterten Machtkampf geliefert hatte, wird ein Buhruf aus dem Publikum laut.

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Nicht nur Harmonie zwischen Ackermann und Börsig
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24 Kommentare zu "Deutsche Bank: Ackermann sorgt für Rührung"

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  • Ist ja rührend. Erinnert an Kohl, der wohnte auch nah am Fluss und war bei seinen eigenwilligen Ausführungen stets ergriffen von sich selbst.

    Vergessen wir mal nicht, dass die Deutsche Bank vormals sich verantwortlich gezeigt hat für die Stabilität der DM, also für die Stabilität des deutsches Wirtschaftsraums, während sie nun begrenzt ist Dank Ackermann auf persönliche Vorteilsnahme. Da wird "multinational" schnell zur Floskel; Streubombeninvestments, Nahrungsmittelspekulation - das ist starker Tobak und hat so gar keine Grösse.

    Ackermann sagte selbst sinngemäss, dass er nie handle gegen die Bank. Dem entsprechend war der Absturz Griechenlands - und wer hat's erfunden?
    Wer so denkt, ist kein Cosmopolit, sondern ein Kleinstaater im Geiste mit grenzüberschreitenden Ansprüchen.

  • Als aussenstehender kann man einen Herrn Ackermann nicht beurteilen oder sich anmassen ein Urteil zubilden.
    Die sogenannten Medien sind nicht mehr unparteiisch sondern sehr wohl Meinungsbildend. Daher sollte man sich doch etwas zurückhalten was die Vorurteile wie auch Beurteilung durch dritte angeht. Herr Ackermann hat nur seinen Job gemacht, nicht mehr und nicht weniger.
    In diesem Sinne...

  • Strategisch immer richtig, taktisch nicht immer glücklich, kommunikativ manchmal schwach, bleiben in der Summe deutlich mehr Leistungen als Fehlleistungen. Danke für zu mindest eine Bank, die selbständig ohne Staatshilfe ihre Zukunft aus Deutschland heraus als Universalbank selbst bestimmt.

  • glaube nicht das auch nur ein ehrlicher deutscher auch nur eine träne um SEPP weint.

  • hoffentlich kommt er nie mehr wieder???????

  • Gute Reise, Joe. Take care und good luck, alter Freund, Mentor und Vorbild !

  • Traurig ist, dass sich hier einige aus reinem Wutbürgertum von Verschwörungstheoretikern, alias Andreas Hopp, um den Finger wickeln lassen.
    Sie lassen sich bequatschen und diese Menschen schaffen es, Sie glauben zu machen, dass alle anderen Tomaten auf den Augen hätten, Mitläufer seien und Bildzeitungsfans.

    Das ist für mich regelrecht armselig, ich muss sagen, dass ich weniger Unverständnis als großes Mitleid mit Ihnen empfinde.
    Sie sind wohl so oft auf die Nase gefallen, dass Sie sich freiwillig dieser Neue-Weltordnungs-Verschwörungs-alle Erfolgreichen stecken unter einer Decke - Hirnwäsche hingeben.

    Sie denken, alle seien Schafe und nur Sie hätten den Durchblick und hinter Ihrem Rücken lachen selbst Ihre selbsternannten Enthüllungsgurus über Sie.

  • @ Wolf

    viele Märchen haben einen wahren Kern - für dieses gilt:
    Ackermann hat nicht die Eurozone gerettet, er hat schlicht im Interesse seines Arbeitgebers gehandelt - das Protokoll ist bei weitem nicht so interessant wie

    http://www.handelsblatt.com/archiv/bad-bank-sorgt-fuer-aufregung;606003 bzw. http://www.klartext-info.de/broschueren/Hypo%20Real%20Estate%20Bankrott_09_09_2009.pdf

    Gruß vom Rotkäppchen

  • Was für armselige Beiträge

  • @MaceMcLain

    Wieso müssen eigentlich immer alle, die nicht so obrigkeitshörig sind wie Sie und nicht alles glauben, was ihnen die Medien servieren, mit ihrem verpfuschten Leben nicht klarkommen?
    Wieso müssen alle, die merken, dass Frau Merkel von nichts eine Ahnung hat und die von ihrer Partei nichts halten, Linke Versager oder Rechtsextremisten sein? Sie müssen ein Mitläufer sein, wie es sie schon in der DDR zu Tausenden gab. Also ich habe nichts gegen Menschen, die auch mal aus dem vorgeschriebenen Denkmuster ausbrechen. Sollten Sie auch mal versuchen.

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