Deutsche Bank Ackermann stellt Weichen für Asiengeschäft

Im schnell wachsenden Asien will die Deutsche Bank demnächst viel Geld verdienen. Erste Erfolge kann die Hongkonger Dependance verzeichnen, die der Asiensparte des US-Versicherers AIG an die Börse half. Im fernen Osten sind besonders die deutschen Tugenden gefragt.
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Vorstandsvorsitzender Josef Ackermann: Die Deutsche Bank stellt die Weichen, um in Asien viel Geld zu verdienen. Quelle: dpa

Vorstandsvorsitzender Josef Ackermann: Die Deutsche Bank stellt die Weichen, um in Asien viel Geld zu verdienen.

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PEKING. Der Ort ist mit Bedacht gewählt: Die Top-Führungskräfte der Deutschen Bank trafen sich zu ihrer alljährlichen Tagung erstmals in Peking. Vergangene Woche saßen in einem Luxushotel der chinesischen Metropole Vorstände, Aufsichtsratsmitglieder und der elitäre Steuerungsausschuss des Instituts zusammen - 220 Personen aus den Chefetagen der Bank. Allen voran Vorstandschef Josef Ackermann, aber auch sein Kronprinz Anshu Jain.

Die Umgebung mit ihren uralten Palastgebäuden und den geschwungenen Dächern der buddhistischen Tempel sollte die Teilnehmer auf die Region einstimmen, in der die Deutsche Bank demnächst viel Geld verdienen will: das schnell wachsende Asien. "Es reflektiert das enorme Potenzial, das wir im dynamischen und schnell wachsenden chinesischen Markt sehen", sagte Ackermann nach dem Treffen.

Ackermann verweist auf die Erfolge seiner Investmentbanker in der Region. Vor zwei Wochen bugsierte die Hongkonger Dependance ein absolutes Schwergewicht sicher an die Börse. Die Erstnotiz der Asiensparte des angeschlagenen US-Versicherer AIG erlöste mehr als 20 Mrd. Dollar - Weltrekord für einen Versicherer und Platz drei der größten Börsengänge aller Zeiten. Experten bestätigen die guten Aussichten: "Die Deutsche Bank hat wie andere ausländische Spitzenbanken brillante Perspektiven im chinesischen Investmentbanking", sagt Shi Chenyu vom ICBC-Forschungsinstitut. Die heimische Konkurrenz habe hier hingegen noch Schwächen. Vor dem AIG-Börsengang waren die Deutschen bereits am 22 Mrd. Dollar schweren IPO der Agricultural Bank of China in Hongkong und Shanghai beteiligt.

Im Vergleich zu Goldman Sachs, die in China von ihrem Wall-Street-Image profitieren, verbindet der Markt mit den Frankfurtern eher bodenständige Tugenden. "Sie zeigen sich nicht so risikofreudig wie Goldman Sachs, was hier als typisch deutscher Stil gilt", sagt Bankenexperte Shi. Ackermanns Truppen sind auch bei schwierigen Fälle gefragt. Der staatliche Chemikalienhändler Sinochem etwa hatte sofort bei den Deutschbankern angerufen, um sich wegen eines möglichen Gebots für den heiß umworbenen Düngemittelhersteller Potash beraten zu lassen.

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