Deutsche-Bank-Affäre

Die Stunde des Aufsehers

Zwei Jahre lang dauert die Aufklärung der Zinsmanipulationen bei der Deutschen Bank nun schon. Ergebnis? Fehlanzeige. Auf Co-Chef Anshu Jain warten jetzt unangenehme Fragen. Sie kommen auch vom neuen Aufsichtsratschef.
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Paul Achleitner: Der neue Aufsichtsratschef der Deutschen Bank kann handeln - oder das Thema der Politik überlassen. Quelle: dpa

Paul Achleitner: Der neue Aufsichtsratschef der Deutschen Bank kann handeln - oder das Thema der Politik überlassen.

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Dass in London viele Händler sitzen, die darauf abgerichtet sind, aus Stroh Gold zu spinnen, haben wir schon vorher gewusst. Man hat sich zwar gewundert, wie sich in den vergangenen 20 Jahren das Volumen der Devisengeschäfte versechsfachen und das Geschäft mit außerbörslich gehandelten Finanzderivaten verdreihundertfachen konnte, wo sich das Weltsozialprodukt zwischen 1990 und 2011 doch nur verdreifacht hatte. Man hat uns gesagt, das sei ein großes Geschäft. Vielleicht war es auch nur ein großer Irrtum.

Neu ist in jedem Fall, dass vor dem Spekulieren noch das Manipulieren kam. Die amtlichen Zinssätze waren nicht so amtlich, wie sie aussahen. Britische Banker haben auf "Anregung" der Bank of England den Zinssatz nach unten gepegelt, weil das die nervösen Märkte in den Monaten nach der Lehman-Pleite beruhigen sollte. Die Beteiligten bis hin zum Vorstandschef sind mittlerweile abgetreten. Britische Konservative und Liberale haben mit ihrem beherzten Vorgehen gegen die Führung der Barclays Bank der Demokratie einen Dienst erwiesen.

Dieser Dienst ist in Deutschland erst noch zu leisten. Konservative und Liberale in der Berliner Regierung überlegen derzeit, ob sie sich mit einer so mächtigen Institution wie der Deutschen Bank wirklich anlegen sollen. Doch auch für die größte Bank unseres Landes muss und wird am Ende gelten: Privateigentum ist nicht Privatangelegenheit.

Bricht Libor-Affäre Jain das Genick?

Zumal der Fall, in den das Londoner Investment-Banking der Deutschen Bank sich verwickelt hat, den Vergleich mit Barclays nicht zu scheuen braucht. Trader aus dem Geschäftsbereich des damaligen Investment-Banking-Chefs und heutigen Co-Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain haben von 2005 bis 2007 Zinssätze manipuliert, um ihre Handelsgewinne zu steigern.

Das kriminelle Treiben seiner Beschäftigten ist Jain nicht vorzuhalten. Aber als Chef der Täter muss er für zügige Aufklärung sorgen, was er bisher nicht getan hat. Warum dauerte es drei Jahre, bis die Machenschaften 2010 dann endlich entdeckt wurden? Wieso sind seither weitere zwei Jahre der internen Aufklärungsarbeit vergangen, ohne dass bis heute ein greifbares Ergebnis vorliegt. Kein Abschlussbericht. Kein Zwischenbericht. Kein Nichts. Wie verträgt sich das mit der Kultur des Investment-Banking, wo sonst alles auf Schnelligkeit angelegt ist, bis hin zum Hochfrequenzhandel?

Stinkt der Fisch vom Kopf her?
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9 Kommentare zu "Deutsche-Bank-Affäre: Die Stunde des Aufsehers"

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  • Natürlich befeuert das weitgehend UNREGULIERTE Treiben der Investment-Banker (zum Vergleich: Jedes Ordnungsamt kennt mehr Bestimmungen im Nachbarschaftsrecht, mit welchen Rechten/Regeln man den Frieden der Gemeinschaft zu wahren hat) die selbstverliebte Hybris der Akteure.

    Ein Aktionsfeld, welches ungehemmt das Gewinnmaximieren ohne moralische Reflektion FORDERT & FEIERT, lässt zwangsläufig die niedersten Triebe im Menschen wuchern.

    Es ist höchste Zeit, diese entrückten Märkte mit ihren selbsterschaffenen Spielregeln wieder in die ORDNUNG DER GEMEINSCHAFT zurückzuholen.

    Wir brauchen Aufklärung im Detail über die letztlich hochschädigenden Zusammenhänge & Wirkungen dieser Akteure mit ihren Aktivitäten auf unser funktionierendes Gesellschaftswesen - und LEITPLANKEN DURCH DIE POLITIK.

    POLITIKER - EMANZIPIERT EUCH, DIENT DEM VOLK!

  • War/ist nicht Anshu Jain Berater der Bank of England gewesen - zu der Zeit wo die Zinsmanipulationen stattgefunden haben? Was ist mit den Markit-Indices iTraxx, CFX, iBoxx, etc.... alles die gleichen Banken! Handelsblatt bitte recherchieren.

  • Bin ja man gespannt wann das Handelsblatt mal über die manipulierten Aktien, Gold- und Silberkurse berichtet. Aktien werden vor schlechten Nachrichten von Politiker und Banker hoch manipuliert und es wird z.B. Gold und Silber verkauft, welches physisch gar nicht existiert damit keine Rally ausbricht!

  • Letzte Woche erschien in "Cash.ch" ein Artikel mit der Frage "wo sind die Geschädigten?" Dieser Artikel ist lesenswert, denn die Frage nach den Opfern konnte nicht beantwortet werden! Aber hier nimmt mal schon mal eine Vorverurteilung vor, obwohl man "nichts Genaues weiß"! Wenn man davon ausgeht, dass die höchsten und die niedrigsten Tagesmeldungen gestrichen werden, dann stellt sich doch die Frage, wann und in welchem Umfang waren die Meldungen relevant. Diese Feststellungen werden nur sehr mühsam zu treffen sein. Wohlgmerkt, ich rede hier keineswegs den Manipulationen das Wort, aber ich erwarte sachliche Kommentare.

  • naja, ganz so absurd ist der Artikel nicht...als ehemaliger Deutsch-Banker kann ich bestätigen mit wieviel Kopfschütteln man dort auf den Abgang Bänzigers reagiert hat - wie sehr man Jain dort mit denjenigen verbindet, welche die Versuche, vor Ort in den Filialen den Ruf des Hauses zu verbessern, mit überheblicher Macht- und Geldgier zunichte machen. Ich bin überzeugt davon das auch viele "einfache" Bankangestellte froh wären, wenn Herr Jain und andere seiner Gilde zur Rechenschaft gezogen würden.

  • ZITAT --- Man hat uns gesagt, das sei ein großes Geschäft. Vielleicht war es auch nur ein großer Irrtum.--------- Dieses sollte eigentlich GROSSER BETRUG heißen....
    wie lange müssen wir uns diesen Betrug getarnt als Bankbusiness noch anschauen ? Warum ist die Politik machtlos?

  • @pro-D:
    Ach, jetzt wissen wir wo Ihr Hass auf die Deutsche Bank herkommt.
    Sie haben sich mit Telekom-Aktien verspekuliert und die böse Deutsche Bank hat Ihnen nicht verboten, dieses Geschäft durchzuführen - hat sogar womöglich die damals landläufige (im Nachhinein hat sich das als falsch herausgestellt) Meinung vertreten, dass man mit Telekom-Aktien nicht viel falsch machen kann. Dumm, dass Ihr Bankberater damals seine Kristallkugel in der Werkstatt hatte.
    Na hoffen wir mal, dss ihre jetzige Bank Ihne auch verboten hat, übr sie Facebook-Aktien zu kaufen.

    Bezeichnend übrigens, dass Sie hier zwar zitieren, dass ein Anleger (Sie?) Strafanzeige gegen die Deutsche Bank gestellt hat (dass kann erst einmal jeder gegen jeden). Aber da das ja schon 2001 passiert ist, wird dieser Fall ja wohl schon abgeschlossen sein. Wie war denn das Ergebnis? Von der Staatsanwaltschaft schon mangels Stichhaltigkeit eingestellt? Oder gab es sogar ein Verfahren und die Unschuld der Bank wurde festgestelt?
    Wenn es ein Urteil gegen die Bank gegeben hätte, hätten Sie ja das hier breitgetreten und nicht die Anzeige.

  • Was fuer ein absoluter Quarkartikel. Voller bodenlosen Behauptungen und Generalisierungen.
    Beispiel:"Der neue Aufsichtsratschef Paul Achleitner hat die Wahl, ob er sich an die Spitze der Aufklärer setzt oder ob er dieses Feld - wie seine Kollegen von der Barclays Bank es taten - der Politik überlassen will."
    Barclays hat sich bei der Aufklaerung vollstaendig beteiligt weswegen es bei Barclays ans Licht kam.
    Das HB verkommt zu einer Bild.

  • das war schon 2001 so, kriminelle Machenschaften bei der Dt. Bank / Herr Ackeramnn

    ++++++++++++++++++
    Juristisches Nachspiel für die Deutsche Bank

    Der Großverkauf von Telekom-Aktien durch die Deutsche Bank hatte bereits ein juristisches Nachspiel. Ein Anleger hat nach dem rasanten Kurssturz der T- Aktie bei der Staatsanwaltschaft in Frankfurt Strafanzeige wegen Betrugs gegen die Bank gestellt.

    Dies bestätigte sein Rechtsanwalt Hans-Joachim Wiebe gegenüber manager-magazin.de.

    Die Frankfurter Strafverfolger konnten den Eingang der Anzeige zunächst aber noch nicht bestätigen. Die Deutsche Bank wollte sich dazu nicht äußern. Der Anleger hat nach Darstellung Wiebes am 6. August nach der Kaufempfehlung der Deutschen Bank T-Aktien gekauft und fühle sich nun getäuscht.

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