Deutsche Bank
Aktionärsberater zweifeln an Deutsche-Bank-Vorstand

Werden die Aktionäre der Deutschen Bank Ende Mai dem Vorstand ihr Vertrauen aussprechen und ihn „entlasten“ – trotz der Skandale des vergangenen Jahres? Der einflussreiche US-Aktionärsberater ISS warnt jetzt davor.
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DüsseldorfDer US-Aktionärsberater ISS rät den Anlegern der Deutschen Bank von einer Entlastung des Vorstands auf der Hauptversammlung am 21. Mai ab. Sie sollten dem Vorgehen des Vorstands nicht ihre Zustimmung geben, berichtete die „Financial Times“ unter Berufung auf ein ISS-Schreiben an die Anleger.

Die einflussreichen Aktionärsberater begründeten ihre Haltung mit dem unzufriedenstellenden Risikomanagement beim Liborskandal, das demnach zu höheren Strafen und damit höheren Verlusten für die Anleger führte. Zudem bezeichneten sie den Betrugsprozess gegen Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen als Belastung.

Weiter rieten die ISS-Berater zu einer Entlastung des Aufsichtsrates, dessen Mitglieder mehrheitlich erst nach den jahrelangen Unregelmäßigkeiten bei der Ermittlung des Referenzzinssatzes Libor bestellt worden seien. Erst im vergangenen Monat hatte die Deutsche Bank einen 2,5 Milliarden Dollar teuren Vergleich mit Behörden in den USA und Großbritannien geschlossen. Die Deutsche Bank wie auch ISS waren zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Eine Verweigerung der Entlastung hat Warnwirkung gegenüber Außenstehenden, insbesondere dem Kapitalmarkt, Kreditgebern und sonstigen Gläubigern. Sie gilt als Vertrauensentzug. Personelle Konsequenzen sind aber keine zwangsläufige Folge.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Deutsche Bank: Aktionärsberater zweifeln an Deutsche-Bank-Vorstand"

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  • @handelsblatt.com/netiquette
    glauben sie mir ich bin bestimmt kein Unmensch oder ein Gestörter aber was dieser Typ an der Spitze der Deutschen Bank zusammen mit seinen Söldnern im Investmentbanking aus diesem Institut gemacht hat rechtfertigt meine Forderung.
    Herr Abs und Herr Herrhausen würden mir Recht geben.

  • ... wundere mich, was da so für Kurzkommentare in Ihrem
    Blatt Raum erhalten.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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