Deutsche Bank
Analysten halten tiefe Einschnitte für unumgänglich

Der neue starke Mann der Deutschen Bank, John Cryan, hat schon klare Worte gefunden. Er will aufräumen. Die Kosten seien zu hoch. Seine genauen Pläne will er erst im Oktober offenlegen, doch sickert schon einiges durch.

FrankfurtHärtere Stelleneinschnitte bei der Deutschen Bank halten Analysten für unumgänglich. Zu Wochenbeginn war durchgesickert, dass der neue Co-Chef der Bank, John Cryan, rund ein Viertel der Stellen im Konzern abbauen will. Einigen Bankbeobachtern reicht das noch nicht.

Am Montag hieß es in Finanzkreisen, dass Cryan neben der bereits angekündigten Trennung von der Postbank mit ihren rund 15.000 Mitarbeitern weitere Stellen streichen wolle. Entsprechende Pläne habe der frühere Finanzchef der Schweizer Bank UBS dem Aufsichtsrat bei dessen Klausur am Wochenende vorgestellt.

Spekuliert wird derzeit über einen Abbau von bis zu 10.000 zusätzlichen Stellen. Die Bank wollte sich dazu nicht äußern. Nach Information aus Finanzkreisen sind in Deutschland keine größere Entlassungen absehbar. Ende Oktober sollen die Details der Neuausrichtung beschlossen und bekanntgegeben werden.

Die Experten von Goldman Sachs halten harte Einschnitte für notwendig, damit die Deutsche Bank wieder solide Gewinne erzielen kann. Skandale und Milliardenstrafen hatten das Image der Bank zuletzt zunehmend ramponiert und die Ergebnisse schwer belastet. Zudem machen dem Institut die immer strengeren Kapitalvorschriften im internationalen Vergleich besonders zu schaffen.

Für Nomura-Analyst Jon Peace müsste die Bank sogar noch härter vorgehen, um verlorenes Vertrauen von Investoren zurückzugewinnen. „Um zu zeigen, dass er es mit dem Sparen wirklich ernst meint, wird Cryan noch tiefere Einschnitte vornehmen müssen“, erklärte der Experte.

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